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Leben & Werk

Schwedischer Regisseur, Drehbuchautor und Schriftsteller. Mit Geschichten von Selbstfindungen und wuchtigen Dramen mit präzisem Sozialblick hat sich Lukas Moodysson seit seinem gefeierten Debüt „Raus aus Amal“ einen Namen als einer der wichtigen schwedischen Regisseure der Gegenwart gemacht. Die Trilogie „Raus aus Amal“, „!Zusammen!“ und „Lilja 4-ever“ bündelt in komödiantischer, krass realistischer und halbdokumentarischer Weise Probleme der schwedischen Gesellschaft. Auf eine Phase mit experimentellen Filmen („Container“), die seine persönliche Verzweiflung widerspiegelten, folgte mit „Mammut“ (2009) ein in der Tradition von „Babel“ und „Magnolia“ stehendes Drama über Moral, Gewissen und Geschäft in der globalisierten Welt, das das Leben von drei Familien in New York, auf den Philippinen und in Thailand miteinander vernetzt.

Karl Frederik Lukas Moodysson wurde 1969 in Malmö geboren, brach mit 17 Jahren die Schule ab und veröffentlichte seine erste Gedichtsammlung („Es ist unwichtig, wo der Blitz einschlug“), der weitere Lyrikbände und der Roman „Weißes Blut“ folgten. Während des Regiestudiums, das er am Stockholmer Dramatiska Institutet abschloss, inszenierte er Kurzfilme, darunter „Showdown in the Underworld“, der auf dem Studentenfilmfestival in München ausgezeichnet wurde. 1998 schaffte er mit seinem Spielfilmdebüt „Raus aus Amal“, der die zärtliche Liebesgeschichte zwischen zwei fünfzehnjährigen Mädchen mit unbestechlichem Blick auf eine öde Kleinstadt in der Provinz verbindet, seinen Durchbruch. „Amal“ rangiert in der ewigen Hitliste skandinavischer Filme auf dem zweiten Platz.

In Moodyssons Komödie „!Zusammen!“, die vom Alltag einer Kommune am Rand von Stockholm in den 70er-Jahren erzählt, spielt Michael Nykvist (Journalist Mikael Blomquist in der Trilogie „Verblendung“, „Verdammnis“, „Vergebung“) eine Hauptrolle. Mit „Lilja 4-ever“ (2002), Leidensweg einer in der Trabantenstadt von Malmö zur Prostitution gezwungenen jungen Russin, erregte Moodysson weltweit Aufsehen (Rolling Stone: „ein Mordsding von einem Film“). Wieder zeigte sich Moodyssons Fähigkeit, unverbrauchte Darsteller sicher zu führen und eine realistische Geschichte dramatisch zu entwickeln.

Die im Alleingang (Produktion, Regie, Buch, Kamera, Produktionsdesign, Schnitt, Kostüme, Casting) entstandenen Filme „A Hole in the Heart“ (2004) und „Container“ (2006), ein essayistischer Experimentalfilm in Schwarzweiß über Wahrnehmung und Bewusstseinströme, spiegeln Moodyssons damalige persönliche Krise, die er mit der internationalen Produktion „Mammut“, in der Gael García Bernal und Michelle Williams die Hauptrollen spielen, überwand.

Mit Regisseur Stefan Jarl gründete Moodysson die Initiative „Schwedische Filmemacher für Frieden und Freiheit in einem unabhängigen Palästina“.

Lukas Moodyssons Filme erhielten 35 Filmpreise und waren 25-mal für Preise nominiert. Er wurde dreimal mit dem schwedischen Guldbagge Award für die Regie von „Amal“, „!Zusammen!“ und „Lilja“ ausgezeichnet und erhielt Regiepreise in Gent und Gijón.

Moodysson lebt mit Ehefrau Coco, zwei Söhnen und einer Tochter in Malmö. (geh)

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