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Leben & Werk

Kult-Komiker und begnadeter Stoneface, der mit todernstem Gesicht zwischen den abgefeuerten Gag-Geschossen die albernsten, abstrusesten und absolut sinnfreien Sätze von sich gab. Leslie Nielsens Komik des ungerührten Registrierens von Chaos um sich herum, das er selbst anrichtet, ohne es überhaupt zu bemerken, ist Erbe des Slapstick der Stummfilmzeit, des Slowburn von Laurel & Hardy und des keine Miene verziehenden Deadpan von Buster Keaton, die er erfolgreich in die Moderne überführt hat und auf einer gewissen Ebene mit Rowan Atkinson (Mr. Bean) teilt: Der angerichtete Schaden wird auf andere geschoben, die Gesetze der Komik stellen wieder her, was Nielsen vernichtet hat.

Nielsens eigentliche Karriere begann, als er bereits 30 Jahre im Geschäft war. Jim Abrahams und die Zucker-Brüder hatten den TV-Schauspieler 1980 in „Airplane! - Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ als debilen Doktor engagiert und besetzten ihn 1982 als Police Detective Frank Drebin in der überdrehten Polizeiserie „Police Squad!„, die nach sechs Folgen eingestellt wurde, aber deren Kinoableger „Die nackte Kanone“ 1988 zum überraschenden Welterfolg wurde und zwei nicht weniger erfolgreiche Sequels (1991 und 1993) hervorbrachte. Da war Nielsen schon über 60. Als lausigster Polizist aller Zeiten wurde Nielsen mit unkontrollierter Motorik und garantiert gewaltigen Flurschaden hinterlassendes Kombinationsgenie zum Kultstar, für den Anarcho-Komödien kreiert wurden, die ihrerseits erfolgreiche Kinofilme parodierten. „Sehr verdächtig“ verulkt „Auf der Flucht“, „Dracula - Tot aber glücklich“ den Vampirhorror, „Camouflage“ den Film noir und der von Nielsen produzierte „Spy Hard - Agent 00 - Lizenz zum Totlachen“ die James-Bond-007-Filme.

Nielsen möglicherweise bester Film war Stanley Tongs rasende Comic-Adaption „Mr. Magoo“ (1996), in der Nielsen als kurzsichtiger Millionär und tauber Titelheld Mr. Quincy Magoo durch eine popbunte Welt stolpert, ohne dass ihm während gefährlichster Situationen auch nur ein Haar gekrümmt würde. Die Belohnung für solche Unbill widerfuhr ihm in David ZuckersScary Movie 3“ und „Scary Movie 4„: Da steht Nielsen als amerikanischer Präsident Harris nackt vor der UN.

Leslie Nielsen wurde 1926 in Regina, Saskatchewan, Kanada, geboren, trat mit 17 Jahren in die Royal Canadian Air Force ein und wurde Bordschütze. Über eine Radiostation in Calgary, wo er als DJ, Ansager und Ingenieur arbeitete, kam er zum Showbusiness, nahm Schauspielunterricht an Lorne Greenes Academy of Radio Arts in Toronto und bekam ein Stipendium für das Neighborhood Playhouse in New York, wo er Tanz bei Martha Graham studierte und am Actor’s Studio ausgebildet wurde. 1950 erhielt Nielsen seine erste TV-Rolle, der bis 2006 über 170 (!) weitere folgen sollten, nicht gerechnet über 50 Auftritte als er selbst in sieben eigenen TV-Shows und Gastauftritte.

Nielsen spielte in circa 50 Kinofilmen, darunter als Raumschiffkommandant im SF-Klassiker „Alarm im Weltall„, Titelheld in „König der Vagabunden“, in der Komödie „Tammy“ und als Kapitän des Unglücksschiffs in „Die Todesfahrt der Poseidon“. 1987 wird er als zudringlicher Freier in „Nuts“ umgebracht - von Barbra Streisand.

Im Lauf seiner Karriere war Nielsen 1982 für den Emmy nominiert (für „Police Squad!“). Seine Golfleidenschaft schlug sich in dem Buch „Leslie Nielsen’s Stupid Little Golf Book“ und dem urkomischen Video „Leslie Nielsen’s Stupid Little Golf Video“ (1997) nieder, die hin und wieder auf Sport 1 laufen. Nielsen war vier Mal verheiratet und hatte zwei Töchter. Er starb am 28. November im Alter von 84 Jahren.

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