Leonardo DiCaprio Poster

Das sind die Favoriten der Oscars 2016

Alexander Jodl  

Genau weiß man es immer erst, wenn es heißt „and the Oscar goes to…“ Aber schon vorher verdichten sich Anzeichen und Gerüchte rund um die Nominierten der Academy Awards zu einem Vorschaubild. Je nach Kategorie ringen dieses Jahr sowohl mimische Schwergewichte als auch exzellente Newcomer um die Krone der Traumfabrik. Und speziell das Rennen um den „Besten Film“ wird eine ganz heiße Kiste…

Die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen: Der rote Teppich ausgerollt, die Goldjungen – etwa zwei Dutzend, zärtlich „Oscar“ genannt – stehen in Reih und Glied. Auch die Goodie Bags für die Stars waren schon gefüllt – mit netten Kleinigkeiten im Wert von – Achtung – ca. 225.000 Euro! Pro Bag, wohlgemerkt. Das fand die Academy dann übrigens doch etwas üppig – und zog die Mitbringsel kurzfristig aus dem Verkehr. Eine damit beauftrage Marketingfirma war wohl leicht übers Ziel hinausgeschossen. „Hard luck“ – vor allem für die Stars…

Die haben momentan aber sowieso andere Sorgen. Wer immer hier nominiert ist: Bis zur magischen Nacht am 28. Februar hat er genug damit zu tun, sein Nervenkostüm vom Flattern abzuhalten. Schließlich geht es bei den Oscars nicht nur darum, sich einen Platz im Pantheon der Mimen zu sichern. Es geht um Geld. Selbst für Topstars wie Leonardo DiCaprio oder Jennifer Lawrence ist so eine Ehrung alles andere als schlecht. Doch wenn ein noch eher unbekannter Schauspieler im Dolby Theatre von L.A. eine Statue überreicht bekommt, ändert sich sein ganzes Leben: Explodierender Marktwert, Traumrollen – ab dem Punkt heißt es: „Sky’s the limit“. Und auch die Filmfirmen hoffen dabei auf einen warmen Regen: Schon die Nominierung eines Films verdoppelt das Einspielergebnis. Ein gewonnener Oscar bedeutet oft ein Plus in dreistelliger Millionensumme. Da ist ein wenig Nervensausen im Vorfeld durchaus berechtigt.

Leo DiCaprio zum Sechsten…

Doch wer sind dieses Jahr Anwärter auf die bedeutendste Ehrung, die in Hollywood vergeben wird? Wenn man die „Big Five“ betrachtet – also die fünf wichtigsten Oscar-Kategorien „Bester Film“, „Beste Regie“, „Bester Hauptdarsteller“, „Beste Hauptdarstellerin“ und „Bestes Drehbuch“ – fängt man sofort an die Daumen zu drücken. Und zwar Leonardo DiCaprio. Seine Rolle in „The Revenant“ brachte ihm eine Nominierung als „Bester Hauptdarsteller“ ein. Und mal ehrlich: Wenn sich auch noch DiCaprios sechste Nominierung als fruchtlos erweisen sollte… Was soll der Mann denn eigentlich noch machen, um die Jury zu überzeugen? Sich vor laufender Kamera selbst entleiben? Na eben. Insgesamt zwölf Nominierungen konnte der grimmige Rachewestern von Alejandro González Iñárritu abstauben – und gilt somit als Topfavorit der Veranstaltung. Dicht gefolgt von „Mad Max: Fury Road„. Der konnte immerhin satte 10 Nominierungen einheimsen – darunter „Bester Film“ und „Beste Regie“.

Leo DiCaprio hat übrigens durchaus hochkarätige Konkurrenz: An erster Stelle wohl Michael Fassbender, der mit seiner Rolle als „Steve Jobs“ alle Kritiker begeisterte. Weiter im Rennen sind Matt Damon („Der Marsianer„), Bryan Cranston („Trumbo„), und Eddie Redmayne („The Danish Girl„). Bei den Damen könnte es auf ein Duell der Nachwuchsstars herauslaufen: Brie Larson durfte für ihre Rolle im Drama „Raum“ bereits den „Golden Globe“ einpacken – und Saoirse Ronan begeisterte in „Brooklyn„. Die Topstars Jennifer Lawrence („Joy„) und Cate Blanchett („Carol„) sind zwar mimische Göttinnen, haben aber schon einen, resp. zwei der Goldjungen im Schränkchen. Bleibt noch Charlotte Rampling („45 Years„)…

Peinlich! Diese Stars würden ihre frühen Filmrollen gerne vergessen

Sly Stallone: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Apropos „Mimische Götter“: Als bester Nebendarsteller bringt sich Tom Hardy in Stellung, der Leo DiCaprio in „The Revenant“ ans Leder geht. Verdient hätte er es. Doch etliche Jurymitglieder sind wohl der Meinung, dass man ruhig auch mal Sylvester Stallone ein Figürchen gönnen sollte. Immerhin könnte „Creed“ ja die letzte Möglichkeit sein, dem Action-Veteranen so eine Ehre unpeinlich zu erweisen. Denn Slys „Expendables“ werden sich nie an der Academy ins Dolby Theatre vorbeischmuggeln können…

Bei den Nebendarstellerinnen heißt’s wohl Winslet vs. Vikander – resp. „Steve Jobs“ vs. „The Danish Girl“. Auch noch im Pot: Jennifer Jason Leigh („The Hateful Eight„), Rooney Mara („Carol“) und Rachel McAdams („Spotlight„).

Und „Bester Film“ und „Bestes Drehbuch“? Völlig offen. Klar: „The Revenant“ wurde nicht umsonst nominiert. Aber auch Steven SpielbergsBridge of Spies“ ist großes Hollywood der alten Schule. Das Aufdeckungs-Drama „Spotlight“: allererste Sahne. Der Film zur Wirtschaftskrise „The Big Short„, „Raum“, „Brooklyn“ – Chancen haben sie alle. Nicht zuletzt „Mad Max: Fury Road“ – auch wenn sich die Academy mit reinrassiger Action meist eher schwer tut.

Und was ist dieses Jahr mit Qualität aus deutschen Landen? Kann sich lediglich in kleineren, eher technischen Kategorien Hoffnung auf Anerkennung machen. „Im Labyrinth des Schweigens“ – Deutschlands ehemaliger Hoffnungsträger als „Bester nicht-englischsprachigen Film“ – ist vor der letzten Runde gescheitert. Na dann freuen wir uns einfach mit bei „Bridge of Spies“. Der wurde zumindest hierzulande mitproduziert. Und neben Tom Hanks spielt auch Sebastian Koch mit. Was will man also mehr?

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