Laurie Metcalf

Schauspielerin • Sprecherin
Laurie Metcalf Poster

Leben & Werk

Laurie Metcalf ist das Gesicht der amerikanischen Mittelschicht. In der Hit-Sitcom „Roseanne“ spielte sie die unsichere Jackie Harris und erhielt drei Emmys für ihre Leistung. Für ihren Auftritt in Greta Gerwigs Überraschungshit „Lady Bird“ konnte sie sogar eine Oscarnominierung einsacken.

Angestrengt, mit den Nerven am Ende, von einem Job zum nächsten hetzend — so gestresst erschien Laurie Metcalf als Jackie Harris in der genialen Sitcom „Roseanne“, die immer wieder auch sozialkritische Töne anschlug. Metcalf, die selbst aus mittelständischen Verhältnissen kommt, verkörperte die alltäglichen Sorgen von Jackie mit Feingefühl und Humor. Seither war Metcalf in ähnlichen Rollen in Serien wie „The Big Bang Theory“ oder „Desperate Housewives“ und zuletzt auch im Kinofilm „Lady Bird“ zu sehen.

Durchbruch als Schauspielerin

Im Gegensatz zu vielen Hollywood-Stars scheint Laurie Metcalf nicht mit dem dringenden Wunsch, Schauspieler zu werden, auf die Welt gekommen. Die am 16. Juni 1955 in Illinois geborene Tochter eines Buchhalters und einer Bibliothekarin studierte nach dem Schulabschluss erst Deutsch und Anthropologie mit dem Wunsch, Übersetzerin zu werden. Nebenbei arbeitete sie als Sekretärin. Zum Schauspiel ist Metcalf erst durch ihre Kommilitonen gekommen. An der Universität lernte sie unter anderem John Malkovich und Glenne Headly kennen.

Gemeinsam mit den späteren Superstars machte Metcalf ihre ersten Schauspielerfahrungen auf der Theaterbühne. Als Mitglied der Steppenwolf Theatre Company entwickelte sich die schüchterne Studentin während der 80er-Jahre zum preisgekrönten Kritikerliebling. Der Sprung zum TV und ins Kino sollte nicht mehr lange auf sich warten.

Laurie Metcalf in „Roseanne“

Ihre quintessenzielle Rolle ergatterte Laurie Metcalf gleich zum Beginn ihrer Karriere. Erst 1985 hatte sie einen Kinoauftritt in „Susan … verzweifelt gesucht“ und konnte sukzessive in mehr Kinofilmen auftreten, bevor 1988 die Sitcom „Roseanne“ anlief. Metcalf spielt darin Jackie, die Schwester von Roseanne (Roseanne Barr). Jackie hat eine wechselhafte Karriere und kein Glück bei den Männern. Die Serie behandelte auch düstere Themen wie etwa die Misshandlung von Jackie durch einen ihrer Partner. Für ihre Darstellung wurde Metcalf mit insgesamt drei Emmys ausgezeichnet.

Das schwere Erbe von „Roseanne“

Wie einflussreich die Sitcom war, beweist der unheimliche Erfolg der Neuauflage von „Roseanne“ im Jahr 2017. Die zehnte Staffel war ein Quotenhit. Für Laurie Metcalf dürfte der Erfolg von „Roseanne“ allerdings Fluch und Segen zugleich gewesen sein. Einerseits konnte sie durch die plötzliche Bekanntheit größere Rollen im Kino ergattern. Anderseits war sie auf die Rolle der Jackie gebucht.

Erst mit der Zeit ist es Metcalf gelungen, sich von der Rolle zu distanzieren, so spielt sie in „The Big Bang Theory“ etwa Sheldon Coopers Mutter, die zwar gewisse Ähnlichkeiten zu Jackie aufweist, aber auch als Satire der Mittelstands-Mutter zu verstehen ist. Die Sitcom-Spezialistin war außerdem in „Desperate Housewives“, „Dharma & Greg“, „Malcolm mittendrin“ und den beiden Arzt-Serien „Monk“ und „Grey’s Anatomy“ in jeweils kleineren Rollen zu sehen. Die Hautprolle in einer Serie konnte sie erst wieder mit „Getting On – Fiese alte Knochen“ ergattern. In den 18 Folgen der Krankenhausserie spielte Metcalf die begnadete, sozial aber inkompetente Ärztin Jenna James, die ihrer eigenen Gier erliegt.

Von „Leaving Las Vegas“ bis „Lady Bird“

Obwohl Laurie Metcalf im Kino nie denselben Erfolg wie im TV wiederholen konnte, ist es ihr durchaus gelungen in einigen Produktionen Akzente zu setzen. In „Scream 2“ (1997) etwa war sie als sensationssüchtige Reporterin zu sehen, darüber hinaus spielte sie in den beiden Oliver Stones-Filmen „JFK – Tatort Dallas“ (1991) und in „U-Turn – Kein Weg zurück“ mit (1997), ihren Auftritt in dem Kult-Hit „Leaving Las Vegas“ (1997) nicht zu vergessen.

Eine wiederkehrende Rolle hatte Laurie Metcalf in allen drei Teilen der „Toy Story“ -Filmreihe als Andys Mutter. Mit der Arbeit als Synchronsprecherin hat Laurie Metcalf spätestens seit den Nullerjahren ein zweites Standbein gefunden. Während ihre Engagements als Schauspielerin stagnierten, war sie in Der Schatzplanet (2002) und Triff die Robinsons (2007) zu hören. Das Comeback auf die große Leinwand ist ihr erst mit „Lady Bird“ (2017) gelungen. Zwar ist Laurie Metcalf auch in Lady Bird als eine Version von Jackie zu sehen. Für ihre darstellerische Leistung hat sie aber endlich die längst überfällige Würdigung erhalten und wurde für einen Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert.

Laurie Metcalf privat

„Roseanne“ hat nicht nur die Karriere, sondern auch das Privatleben von Laurie Metcalf maßgeblich geprägt. Die Schauspielerin, die sich selbst als unheimlich schüchtern beschreibt, war lange mit ihrem Ko-Star Matt Roth verheiratet. Die beiden standen gemeinsam außerdem in den Filmen „Blink“ (1994) und „Chicago Cab“ (1998) vor der Kamera. Im Jahr 2014 wurde die Ehe geschieden. Zuvor war Laurie Mecalf mit Jeff Perry verheiratet. Aus den beiden Ehen sind insgesamt vier Kinder hervorgegangen. Ihre erste Tochter Zoe Perry ist inzwischen übrigens selbst Schauspielerin und spielt in der Serie „Young Sheldon“ ebenfalls Sheldon Coopers Mutter, nur eben um einige Jahre jünger.

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