Laurent Cantet

Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Französischer Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann. Mit den Spielfilmen „Ressources humaines„, „Auszeit“, „In den Süden“ und „Die Klasse“ (Goldene Palme Cannes 2008) hat Regisseur und Drehbuchautor Laurent Cantet den Finger auf soziale Wunden Frankreichs gelegt. In stilistisch eigenwilliger Filmsprache, zwischen halbdokumentarischer Beobachtung, Blick fürs Detail und unmittelbarer, durch Arbeit mit Laiendarstellern und Profis gewonnener Überzeugungskraft, vermitteln die Filme Einsichten in Arbeit und Schule, Arbeitsethik und Aufsteigermentalität, die Krise des Mittelstands, soziale und sexuelle Ausbeutung in Zeiten der Globalisierung und den Wunsch zur Verbesserung des Schulalltags.

In „Ressources humaines“ (1999) erkennt ein Student der Betriebswirtschaft, dass sein Praktikum dazu dient, die Firma umzustrukturieren und sein Vater die Arbeit verlieren wird. Er organisiert einen Streik. In „L’emploi du temps – Auszeit“ (2001) verheimlicht ein Mann die Arbeitslosigkeit, geht zum Schein der Beschäftigung nach und hält in der Zeit des Selbstbetrugs die Familie mit Betrügereien über Wasser (Das Remake „L’Adversaire“ wurde 2002 von Nicole Garcia mit Daniel Auteuil inszeniert). In „In den Süden“ (2005) kaufen sich in die Jahre gekommene Frauen Ende der 1970er-Jahre auf dem von „Baby Doc“ Duvalier regierten Inselstaat Haiti in exklusiven Ferienclubs Liebe. Zwei Amerikanerinnen (Charlotte Rampling, Louise Portal) lernen die Schattenseiten des Paradieses kennen. „Entre les murs – Die Klasse“ (2008) ist die Verfilmung des autobiografischen Buches des Pädagogen François Bégaudeau, der die Hauptrolle übernahm, über seine Erfahrungen mit 14-jährigen Problemkindern der Klasse einer Pariser Multi-Kulti-Schule im 20. Arrondissement. Der generationenübergreifende Austausch der mit den Schülern erarbeiteten Dialoge verströmt Unmittelbarkeit, Authentizität und Optimismus.

Laurent Cantet wurde 1961 in Melle, Deux-Sèvres, als Sohn eines Lehrerpaares geboren. Er studierte 1981-83 Filmwissenschaft in Marseille und 1983-1986 an der Pariser Filmhochschule IDHEC (La Fémis). Er arbeitete für das Fernsehen und realisierte 1990 den Dokumentarfilm „Un été à Beyrouth“, der ihm 1994 die Regieassistenz und Kameraführung für Marcel Ophüls‘ in Sarajevo gedrehtem epochalem Dokumentarfilm „Veillées D’Armes – The Troubles We’ve Seen – Histoire du Journalisme en temps de guerre“ einbrachte. In Cantets Kurzfilm „Tous à la manif“ (1993) will sich ein Barkellner einer geplanten Schülerdemonstration anschließen. In „Freiwillig verbannt“ (1997), für arte gedrehter Film der Reihe „2000 vu par…“, zieht sich eine Clique vor der Millenniumswende auf eine einsame Insel zurück.

Cantets Filme wurden mit 25 Preisen und elf Nominierungen ausgezeichnet. Für „Tous à la manif“ erhielt er 1993 den Prix Jean Vigo, für „Ressources…“ den Prix Louis Delluc und den César für das Beste Erstlingswerk. „Die Klasse“ wurde mit der Goldenen Palme in Cannes 2008, und 2009 mit dem César für das Beste Drehbuch, Prix Lumière, Etoile d’Or und Independent Spirit Award geehrt.

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