Leben & Werk

Über drei Jahrzehnte einer der erfolgreichsten deutschen Kinoregisseure, der in den 50er-Jahren einen Kassenschlager nach dem anderen inszenierte, ist Kurt Hoffmann (1910-2001) Spezialist für Komödien gewesen, die auf exzellente Schauspielerführung, präzises Timing, romantische Untertöne und teils beißenden Dialogwitz und geißelnde Zeitkritik setzten. Hoffmanns Filme, die Märchen, Literaturverfilmungen und Lustspiele umfassen, sind berühmt für unbeschwert heitere bis spritzige Tonlagen, die menschlich-allzu-menschliche Thematik, ein Gefühl für musikalischen Rhythmus, publikumswirksame Pointen und Schauspieler, die unter seiner Regie ihre besten Leistungen ablieferten, unter ihnen Liselotte Pulver, Heinz Rühmann und Paul Dahlke („Drei Männer im Schnee“).

Kurt Hoffmann wurde 1910 in Freiburg als Sohn von Kameramann und Regisseur Carl Hoffmann geboren. Direkt nach dem Abitur kam er als dritter Regieassistent zum Film („Der Kongress tanzt“) und inszenierte nach zahlreichen Assistenzen u.a. bei Komödienspezialist Reinhold Schünzel („Viktor und Viktoria“) 1938 mit dem Heinz-Rühmann-Spaß „Paradies der Junggesellen“ seine erste Regiearbeit. Weitere Rühmann-Komödien („Quax, der Bruchpilot“) in einem OEuvre von knapp 50 Filmen folgten. Sein letzter Film war das Rühmann-Vehikel „Der Kapitan“ (1971), nach dessen relativem Misserfolg sich Hoffmann nach TV-Arbeiten 1976 ins Privatleben zurückzog. Er starb nach langer Krankheit 2001 in München

Hoffmanns bekanntester Film ist „Ich denke oft an Piroschka“ (1955), der Evergreen um den ungarischen Wirbelwind Piroschka, eine zärtlich romantische Komödie, die die Zusammenarbeit mit Liselotte Pulver einleitete. Neun Mal versprühte sie unter seiner Regie ihr ansteckend herzhaftes Pulver-Lachen, das zu ihrem Markenzeichen wurde, als burschikose Contesse in der musikalischen Märchenkomödie „Das Wirtshaus im Spessart“ (1957), als zarte Tänzerin Zaza in der Thomas-Mann-Adaption „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull„, als angebliche Mörderin in der Krimikomödie „Hokuspokus oder: Wie lasse ich meinen Mann verschwinden“ (nach Curt Goetz) oder in der Ehekomödie „Heute heiratet mein Mann“ mit Paul Hubschmid.

Für die „Spessart“-Trilogie entwickelte Hoffmann Gesangseinlagen, die sich in kabarettistischer Form in „Wir Wunderkinder“ wiederfinden, der den gegensätzlichen Weg zweier Schulfreunde von 1913 bis 1955 verfolgt und satirische Seitenhiebe auf den „deutschen Michel“ verteilt. Hoffmann verfilmte Erich Kästners „Das fliegende Klassenzimmer“ (1954) und ließ Schlagerstar Caterina Valente in „Schneewittchen und die sieben Gaukler“ freien Lauf. Sein persönlichstes Projekt, die düstere Chronik vom Prager „Haus in der Karpfengasse“, musste er 1964 mit Fernsehgeldern finanzieren. Wenig bekannt ist, dass Hoffmanns „Fanfaren der Liebe“ (1951), Komödie über zwei arbeitslose Musiker (Georg Thomalla und Dieter Borsche), die sich in Damenkleidung einer Frauenband anschließen, Vorbild für Billy Wilders „Eins, zwei, drei“ (1961) war. Zeitweise von der linken Kritik als belanglos abgetan, gewannen Hoffmanns Erzählungen im Fernsehen und bei der jungen DVD-Generation verdiente neue Popularität und Anerkennung.

Hoffmann wurde im Lauf seiner Karriere mit zwei Golden Globes und mehreren deutschen Filmpreisen ausgezeichnet.

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