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Leben & Werk

Von Anfang an nutzte Konstantin Wecker die Musik als Transportmittel für seine sozialkritsichen Lebensbetrachungen, die ihm gar einen Eintrag im Duden-Lexikon als „bedeutendster deutscher Liedermacher“ einbrachten. Auch als Filmmusik-Komponist, Buchautor und Schauspieler feierte Wecker Erfolge.

Konstantin Alexander Wecker wurde am 1. Juni 1947 in München geboren. Schon mit sechs Jahren bekam er Klavierunterricht, später lernte er Geige und Gitarre. Bis 1960 sang er im Rudolf-Lamy-Kinderchor und nahm erstmals Musik für einen Filmsoundtrack auf. Schon früh hegte er den Traum vom Leben als „freier Dichter“ und riss dafür mehrmals von zu Hause aus. 1968 vollführte er seine ersten Soloauftritte in der Kleinkunstszene und besuchte nach dem Abitur im darauf folgenden Jahr die Musikhochschule München. Später schrieb er sich an der Universität München für die Fächer Psychologie und Philosophie ein, blieb daneben aber auch musikalisch stets aktiv. Er gründete die Gruppe Zauberberg, wirkte in der deutschen Version des Musical „Jesus Christ Superstar“ mit, schrieb Musik fürs Theater und Musicals und übernahm zudem erste Rollen in Fernsehfilmen. Auch als gefragter Studio-Pianist und Arrangeur machte sich Wecker Anfang der siebziger Jahre einen Namen. Um Geld zu verdienen, wirkte er in zahlreichen Soft-Sex-Filmen wie „Beim Jodeln juckt die Lederhose“ oder „Der Ostfriesen-Report: O mei, haben die Ostfriesen Riesen“ mit.

1973 veröffentlichte er seine erste LP „Die sadopoetischen Gesänge des Konstantin Amadeus Wecker“ bei Ariola und trat in der Folge des Öfteren im legendären Kleinkunsttheater „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ auf. Nach dem Wechsel zu Polydor veröffentlichte er 1974 seine zweite LP „Ich lebe immer am Strand“, der ein Jahr später das erste Live-Album „Ich singe, weil ich ein Lied hab“ folgte. Nach der LP „Wetterleuchten“ ging Wecker auf seine erste ausgedehnte Deutschlandtournee. Bundesweit für Aufsehen sorgte der Sänger 1977 mit dem Stück „Willy“ von seiner LP „Genug ist genug“. Der Song handelte vom gewaltsamen Tod eines dunkelhäutigen Freundes des Sängers, der von rechtsradikalen Schlägern umgebracht worden war, und sorgte als bis dahin ungewohnt deutliches Statement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit für Furore. Im gleichen Jahr wurde Wecker mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet und bekam von der Münchener „Abendzeitung“ den Titel „Stern des Jahres“ verliehen.

1978 folgte der Deutsche Schallplattenpreis für „Genug ist genug“ sowie eine weitere Deutschlandtournee. Wecker baute sich ein eigenes Tonstudio in Eching bei München, wo er die nächste LP „Eine ganze Menge Leben“ produzierte, zu der parallel ein Buch gleichen Titels erschien. Mit seinen folgenden Alben und immer umfassenderen Konzertreisen baute Wecker seine Anhängerschaft konstant aus und komponierte nebenher immer wieder Musik für TV- und Kino-Filme, in denen er teilweise auch selbst als Schauspieler mitwirkte. 1980 wurde man auch im europäischen Ausland auf den Sänger aufmerksam, und Wecker spielte erste Konzerte in Holland sowie Skandinavien. Im gleichen Jahr siedelte er mit einigen Freunden von München in die Toskana um, wo er sich ein Tonstudio einrichtete. Auch als Buchautor feierte er regelmäßig Erfolge. Im Laufe der Achtziger entwickelte sich Wecker zu einem der gefragtesten Filmmusik-Komponisten des Landes und arbeitete für die größten deutschen Film- und TV-Projekte wie Helmut Dietls Serie „Kir Royal„, für die er eine unvergessliche Titelmelodie schrieb, oder „Schtonk“. Zudem eröffnete er mit dem „Cafe Giesing“ eine Musik- und Kleinkunst-Kneipe in München, die er bis 1993 erfolgreich führte.

In seinem ersten Roman „Uferlos“ bekannte sich Wecker 1992 erstmals offen zu seiner Kokainsucht, die für ihn noch ein erhebliches juristisches Nachspiel haben sollte: 1995 wurde Wecker wegen Kokainbesitzes in Untersuchungshaft genommen und zu zweieinhalb Jahren ohne Bewährung verurteilt. Nach Zahlung einer Kaution blieb Wecker jedoch auf freiem Fuß und ging gegen das Urteil in Berufung. Zunächst erfolglos, da der Richterspruch 1998 bestätigt wurde, später aber dann doch mit Erfolg: Wegen „suchtbedingter Schuldunfähigkeit“ wurde das Urteil 1999 aufgehoben, und Wecker in einer Neuverhandlung im Jahr 2000 in dritter Instanz zu einer Bewährungsstrafe von 20 Monaten und einer Geldstrafe von 100.000 DM verurteilt. Nach dem überstandenen Prozess ging der Sänger auf Sommerkonzertreise mit Hannes Wader und Jo Barnikel und meldete sich 2001 mit einer Best-Of-Kopplung und dem neuen Album „Vaterland“ zurück. Von seiner Kokainsucht befreit, stürzte er sich wieder in die Arbeit, komponierte neue Musik für Soundtracks, Musicals, Theaterstücke und eigene Alben, veröffentlichte mehrere Bücher und Bildbände und ging auf Tournee. Im Jahr 2005 meldete er sich mit dem Album „Am Flussufer“ zurück.

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