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Leben & Werk

Einzelgänger, Abenteurer und Regisseur mit Mut zum Risiko, scherte Klaus Lemke in der Anfangszeit des Neuen Deutschen Films 1967 aus der Reihe der sozial engagierten oder Literatur pflegenden Autoren aus, indem er wie andere aus der „Münchner Gruppe“ um Rudolf Thome, Werner Enke und Max Zihlmann Filme inszenierte, die nichts als Kino sein wollten und eine eigenwillige Eleganz aufwiesen. „48 Stunden bis Acapulco“ und „Negresco - Eine tödliche Affäre“ waren spielerische deutsche Antworten auf das amerikanische und französische Genrekino, Träume in Schwarzweiß und Farbe. Der Misserfolg der frühen Filme führte Lemke zum Fernsehen, wo er milieustarke und authentische Szenarien um reale Personen und Gruppen entwickelte. „Rocker“, „Teenagerliebe“, „Paul“ und „Sylvie“ stellten Außenseiter und Freundschaften, Rocker und Reeperbahn, Killer und Künstler gegenüber und gewannen ihre Kraft durch Laienschauspieler und szenische Improvisationen.

Mitte der 70er-Jahre entdeckte Lemke die Münchner Originale Ingeborg Maria (Cleo) Kretschmer und Wolfgang Fierek und inszenierte mit dem Paar eine Reihe von Komödien, die charmant, spontan, mit bajuwarischem Sprachwitz und kleinen absurden Alltagssituationen Liebe, Freundschaft und Missverständnisse durchdeklinierten. „Amore“, „Idole“, „Ein komischer Heiliger“, „Arabische Nächte“, „Flitterwochen“ und „Wie die Weltmeister“ wurden teils für das Fernsehen produziert, liefen aber der Popularität des Paares Kretschmer/Fierek wegen auch in den Kinos.

Nach den Flops der Provinzkomödie „Bibos Männer“, des „Zockerexpress“ und von „Der Totengräber und das Flittchen“ setzte Lemke seine Guerilla-Taktik, mit Minimalbudget und kleinem Team zu drehen, fort. „Last Minute Jamaika“ (2002) erzählt von einem wilden Trip zweier kesser Rivalinnen in die Karibik und besitzt wieder die lockere Attitüde seiner frühen Filme.

Lemke wurde 1940 in Landsberg (Warthe) geboren, studierte Kunstgeschichte und Philosophie, brach das Studium ab, gehörte 1964/65 zu den Mitarbeitern der legendären Zeitschrift „Film“ und begann mit Kurzfilmen, deren bekanntester „Kleine Front“ in Zusammenarbeit mit Werner Enke („Zur Sache, Schätzchen“) entstand. Lemke war mit Cleo Kretschmer verheiratet und lebt in München. Lemke sagt, er sei Mädchen-Filmer geworden: „Die Mädchen können heutzutage die Jungs-Rollen besser spielen. Die Mädchen saugen das Männliche aus den Jungs raus. Das ist wie Voodoo!“

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