Ken Loach

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte Ken Loach im Alter von 70 Jahren, als er für sein Kriegsdrama „The Wind That Shakes the Barley“ auf den Filmfestpislen Cannes 2006 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Loach ist der große Meister des englischen Sozialrealismus und sozialpolitischen Diskurses, der in stilistisch unverwechselbaren packenden Spielfilmen und TV-Arbeiten das Schicksal der kleinen Leute aus der Arbeiterklasse in engagierte und packende Erzählungen mit dem Impetus der Aufklärung über Entrechtung, Ausgrenzung und Systemstrategien der Mächtigen verbindet. Loach ist häufig wegen seines Anklagegestus angegriffen worden, geht aber unbeirrbar seinen Weg, die Wunden der Gesellschaft aufzuzeigen. Dabei gelang es Loach in seinen besten Filmen, den für das englische Kino typischen Galgenhumor, den Witz der Ausgebeuteten und die Schlagfertigkeit der Proletarier einzubinden. In der Regel gibt es bei Loach kein Happy End, aber wohlwollende Aussichten in die Zukunft; es bleiben trotz der Misere die Hoffnungen und Träume im Vordergrund.

Loach wurde 1936 als Sohn eines Fabrikarbeiters geboren, diente in der Royal Air Force, studierte Jura und begann mit experimentellem Theater, bevor er erst bei ABC Television, ab 1961 bei der BBC Arbeit fand. Seine in der Zusammenarbeit mit dem Produzenten Tony Garnett entwickelten Stoffe hatten zunächst halbdokumentarischen Charakter (z.B. „Cathy Come Home“, 1966).

1967 debütierte Loach als Spielfilmregisseur mit „Poor Cow“, in dem Stars wie Terence Stamp spielten. Loach untersuchte die krank machenden Mechanismen innerhalb der Familie, ob in „Kes“ oder in seinem wichtigsten Film der 70er-Jahre, „Family Life. Ende der 80er-Jahre wurden die Filme von Loach auf Festivals oder als Beiträge für den Europäischen Filmpreis mehrfach ausgezeichnet, so „Riff Raff“, in dem das Thatcher-England am Beispiel einer Großbaustelle humorvoll vorgeführt wird, oder „Raining Stones„.

Ladybird, Ladybird“ erzählte vom Kampf einer Mutter um das Sorgerecht für ihre Kinder. Mitte der 90er versuchte Loach am Beispiel des Spanischen Bürgerkrieges („Land and Freedom„) und der Revolution in Nicaragua („Carla’s Song„) die gescheiterte Geschichte der sozialrevolutionären Bewegungen aufzuarbeiten.

„Carla’s Song“ bildete den Anfang einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem schottischen Drehbuchautor Paul Laverty, im Laufe derer zunächst „My Name is Joe“ (1999) folgte, mit dem Loach ins Arbeitermilieu zurückkehrte. Mit „Bread & Roses“ (2000) spielte erstmals ein Film Loachs in den USA und erzählte von illegalen mexikanischen Arbeiterinnen in den Putzkolonnen der Konzernhochhäuser.

Seinem Ruf als Chronist sozialer Veränderungen wurde Ken Loach auch 2001 mit „The Navigators“ gerecht, in dem er die Folgen der Privatisierung der britischen Eisenbahn für eine Gruppe Gleisarbeiter nachzeichnete. Der mehrfach preisgekrönte „Sweet Sixteen“ führte Loach zurück nach Glasgow, wo er die Geschichte eines schottischen Teenagers zwischen Armut und Kriminalität erzählt.

Nach Beiträgen zu den Episodenfilmen „11’09’01“ und „Tickets“ entstand mit „The Wind That Shakes the Barley“ 2006 ein Film, der den Freiheitskampf der Iren aufgreift, die sich 1920/21 gegen die Briten auflehnen und nach anfänglichen Erfolgen der IRA gegen die Besatzer in einen Bürgerkrieg geraten. Der humanistische Anspruch des Films macht ihn über den konkreten historischen Hintergrund hinaus zum Meisterwerk.

Ken Loach wurde in Cannes 1990 für „Hidden Agenda“ mit dem Preis der Jury, 1993 für „Raining Stones“ mit dem Preis der Jury und 1995 für „Land and Freedom“ mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet. „Land and Freedom“ erhielt den César 1995 als Bester ausländischer Film. Für „Ladybird, Ladybird“ wurde Loach mit dem Goldenen Bären der Berlinale 1994 geehrt.

Ken Loach ist seit 1962 mit Lesley Ashton verheiratet. Das Paar hat fünf Kinder.

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