Leben & Werk

Zu den bedeutendsten Pianisten des Jazz seit den sechziger Jahren zählt zweifelsohne der Amerikaner Keith Jarrett, dessen Karriere zum Teil sehr unterschiedliche Phasen durchmachte. Internationalen Ruhm erntete er vor allem mit seinen improvisierten Solokonzerten, aber auch als Leader hochdynamischer Quartett- und Quintettbesetzungen oder als Interpret klassischer Stücke. Auch nach dreißig Jahren scheint der Mann, der seinem Klavierspiel gerne mit leisem Gesang folgt, musikalisch immer noch zu wachsen. Kein Wunder, bei einem ehemaligen Wunderkind: Mit drei Jahren setzt sich der kleine Keith erstmals ans Klavier, noch als Schüler wird er Profimusiker. 1962 beginnt er ein Studium in Berklee und tritt mit seinem Trio um Boston herum auf. 1965 zieht es ihn nach New York, wo er mehrere Monate lang bei Art Blakey’s Jazz Messengers aushilft. Als Mitglied des äußerst populären Charles Lloyd Quartet bereist er danach von 1966 bis 1969 die Welt und wird zu einer festen Größe in der Musikwelt. Das folgende Jahrzehnt beginnt Jarrett als Organist und Keyboarder in der Fusion-Band von Miles Davis, danach schwört er den elektrischen Tasteninstrumenten mehr und mehr ab. Während der Siebziger Jahre leitet er zwei Bands: eine US-Gruppe mit Dewey Redman, Charlie Haden, Paul Motian und wechselnden Schlagzeugern; daneben eine europäische Formation mit Jan Garbarek, Palle Danielsson und John Christensen, mit der er „My Song“ einspielt. 1972 beginnt er seine berühmte Reihe improvisierter Konzerte, aus welcher auch das legendäre „Köln Concert“ stammt. In den Achtzigern wendet er sich der Klassik zu („Das wohltemperierte Klavier Buch 1“). Seit Beginn der Neunziger nimmt der Multiinstrumentalist (neben dem Klavier unter anderem auch Saxophon, Gitarre, Schlagzeug, Trompete und Flöten) extensiv mit seinem „Standards Trio“ auf (mit Gary Peacock und Jack DeJohnette), bis ihn ein Erschöpfungsleiden zu einer langen Arbeits- und Spielpause zwingt. Danach beginnt Jarrett noch einmal ganz von vorn, muss das Klavierspiel beinahe neu erlernen. 2003 verleiht ihm die schwedische Akademie für Musik den „Polar Prize“ - erstmals gleichzeitig für populäre und klassische Musik. Mit dem Album „Radiance“ steigt Jarrett 2005 in die Longplay-Charts ein.

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