Katrin Sass

Schauspielerin
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Leben & Werk

Unaufdringlich und zugleich souverän, erinnert Katrin Saß in ihrer Intensität mitunter an die Amerikanerin Gena Rowlands. Ausspielen konnte sie ihre Stärken nicht zuletzt in Wolfgang Beckers Erfolgsfilm „Good Bye, Lenin!„, in dem sie als die nach der Wende aus dem Koma erwachte Mutter mehr als die Hälfte des Films im Bett verbringen muss, während ihr Sohn (Daniel Brühl) ihr vorgaukelt, die DDR würde immer noch existieren. Über ihre Rolle sagte sie: „Das war schon besonders. Ich hatte einerseits Angst – aber beim Drehen habe ich dann gespürt: ‚Das ist eigentlich deins‘, mit ganz wenig Mitteln zu versuchen, Gefühle und Befindlichkeiten dieser Frau rüberzubringen.“

Die 1956 in Schwerin geborene Saß wurde bereits während ihres letzten Jahres an der Schauspielschule 1979 von Regisseur Heiner Carow für die weibliche Hauptrolle im Ehedrama „Bis dass der Tod euch scheidet“ verpflichtet. Sie entwickelte sich zu einer gefragten Charakterdarstellerin in der DDR und machte nur drei Jahre später auch international von sich reden, als sie für ihre Rolle der jungen Arbeiterin Nina, der in Herrmann Zschoches „Bürgschaft für ein Jahr“ das Erziehungsrecht für ihre drei Kinder entzogen werden soll, auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Während sie Theater in Frankfurt (Oder), Halle und Leipzig spielte, war sie parallel bis zur Wende in erfolgreichen DEFA-Produktionen wie „Das Haus am Fluss“ und „Fallada – Letztes Kapitel“ (Regie jeweils Roland Gräf) sowie „Heute sterben immer nur die andern“ (Siegfried Kühn) zu sehen.

Die Wiedervereinigung bedeutete das (vorübergehende) Aus für die Leinwandkarriere von Katrin Saß: Bis zum Ende der 90er Jahre arbeitete sie fast ausschließlich für das Fernsehen, v.a. als Kommissarin Tanja Voigt für den „Polizeiruf 110“ des ORB, aber auch in Einzelfilmen wie 1998 Dominik Grafs „Sperling und der brennende Arm“. Als der ORB 1998 ihre Rolle im „Polizeiruf“ strich, war Saß‘ Karriere zum zweiten Mal auf einem Tiefpunkt angelangt.

Auch wenn sie zwischenzeitlich in Nebenrollen in Janek RiekesHärtetest“ und in Andreas Dresens „Die Polizistin“ zu sehen war, gelang ihr ein Kino-Comeback erst mit der Titelrolle in Michael Kliers „Heidi M.“: Für ihre beeindruckende Leistung als desillusionierte Ladenbesitzerin in Berlin, die sich nur vorsichtig auf eine Beziehung mit dem ebenfalls verletzten und sensiblen Franz (Dominique Horwitz) einlässt, erhielt sie 2001 den Deutschen Filmpreis als Beste Hauptdarstellerin. 2002 stand sie außer für „Good Bye, Lenin!“ auch für das halbdokumentarische Historiendrama „Babij Jar“ vor der Kamera und bewies dabei erneut ihre Wandlungsfähigkeit: Als bösartige ukrainische Mutter denunziert sie die jüdische Familie, mit der sie eigentlich befreundet ist und ein Haus teilt, damit ihre Tochter nach der bevorstehenden Hochzeit ein Heim hat.

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