Leben & Werk

Sein erfolgreichster Film war „Die Geliebte des französischen Leutnants“ (1981), der nach dem Roman von John Fowles entstand, Harold Pinter eine „Oscar“-Nominierung für das beste adaptierte Drehbuch und Meryl Streep eine „Oscar“-Nominierung als beste Hauptdarstellerin einbrachte. Eine viktorianische Liebesgeschichte, die verfilmt wird, spiegelt sich im Verhältnis der beiden Hauptdarsteller des Films (Streep und Jeremy Irons).

Regisseur Karel Reisz wurde 1926 in der Tschechoslowakei geboren, kam 1939 mit einem Quäkertransport aus dem von den Deutschen besetzten Land, wurde Kampfpilot bei der tschechischen Gruppe der Royal Air Force im Zweiten Weltkrieg und ging nach dem Krieg in seine Heimat zurück. Seine Eltern waren deportiert worden und im KZ gestorben. 1949 wieder in England, arbeitete er als freier Journalist und schrieb Filmkritiken. 1952 - 1955 war er Programmplaner des National Film Theatre (das Kino des British Film Institute). In den folgenden Jahren machte sich Reisz als Produzent und Regisseur von Dokumentarfilmen einen Namen, drehte Werbefilme für Ford und wurde einer der wichtigen Regisseure des „Free Cinema“, der Aufbruchbewegung des britischen Films in den 60er Jahren.

Sein Spielfilmdebüt „Samstagnacht und Sonntagmorgen“ (1960) ist die Geschichte eines jungen Fabrikarbeiters (Albert Finney) zwischen Kneipen und Betten und einer der gelungensten realistischen Filme jener Jahre. Dem Horror-Thriller „Griff aus dem Dunkel“ (wieder mit Finney) folgte „Protest“ (1965), der das Swinging London der 60er Jahre zum Thema hat und David Warner in seiner ersten Hauptrolle zeigt. Das Biopic über die Tänzerin „Isadora“ Duncan (Vanessa Redgrave) wurde ein Misserfolg. Reisz ging in die USA, wo er mit dem Zockerfilm „Spieler ohne Skrupel“ von einem Literaturdozenten erzählt, der der Spielsucht verfallen ist. Reisz inszenierte mit Nick Nolte in der Hauptrolle „Dreckige Hunde„, einen der besten Filme über die Vietnamveteranen zwischen Drogen, Desillusionierung und Ehekrisen. Sein Musikfilm „Sweet Dreams“ (mit Jessica Lange und Ed Harris als Country-Stars) blieb relativ unbeachtet. Auf der Berlinale 1991 lief sein Detektivfilm „Everybody Wins„, der nach einer Vorlage von Arthur Miller entstand: Nick Nolte als Schnüffler zwischen einem Korruptionsfall und Liebe zu einer Hure (Debra Winger) wird von den Mächtigen einer Kleinstadt ausgepunktet. Reisz war in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Betsy Blair verheiratet. 1953 hat Reisz ein bahnbrechendes Werk über die Technik der Filmmontage veröffentlicht.

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