Julie Gayet

Schauspielerin • Producerin • Sprecherin
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Leben & Werk

Französische Schauspielerin. Workaholic wie ihre Generationskolleginnen Marion Cotillard und Isabelle Carré, hat sich Julie Gayet seit 1993 in rund 60 Spielfilmen stets neu erfunden, wechselt permanent Charaktere, arbeitet selten fürs Fernsehen, bevorzugt Erstlingswerke und unabhängige Filmemacher, ohne darauf zu verzichten, mit renommierten Regisseuren wie Michel Deville („Un monde presque paisible“, 2002) oder Patrice Leconte („Mein bester Freund“ 2007)zu arbeiten. Sie spielt auch im sehr französischen Komödienkino, etwa an der Seite von Virginie Ledoyen in der Romanze „Un baiser s’il vous plait“ (2007).

Julie Gayet liebt Rollen, die moderne Hintergründe mit klassischen Topoi verbinden, so in drei Filmen des Jahres 2004: In der in Schottland spielenden Gothic Love Story „A Woman in Winter“ als Fotografin, in Merzak Allouaches „Bab el wed“ als Internetbekanntschaft eines Algeriers, die ihn überraschend in Algier besucht, und in der Krimikomödie „Lovely Rita“ als Internetbekanntschaft von Christian Clavier, die sein Leben in einen Albtraum verwandelt.

Julie Gayet wurde 1972 in Suresnes, Département Hauts-de-Seine, als Tochter eines Chirurgen und einer Antiquitätenhändlerin geboren, nahm mit acht Jahren Gesangsunterricht, mit 14 Jahren Schauspielunterricht, ging mit 17 Jahren nach London und studierte dort Kunstgeschichte und Schauspiel am Actor’s Studio. Sie arbeitete zeitweise im Zirkus Fratellini und jobbte als Kellnerin und Babysitterin. Sie war Statistin in Krzystof Kieslowskis „Drei Farben: Blau“ und in Costa-Gavras‘ „Die kleine Apokalypse„. 1993 fiel sie als verführerische Schlafwandlerin in „Unter freiem Himmel“ auf und wurde von Agnès Varda als Reporterin eingesetzt, die in der Hommage zum hundertjährigen Kinojubiläum „Les Cent et une nuits“ (1995) Michel Piccoli als Monsieur Cinéma interviewt. 1996 brachte ihr die Rolle der drogensüchtigen Prostituierten Nathalie in „Select Hotel“ den Prix Romy Schneider und den Brüsseler Etoile de Cristal ein.

Julie Gayet wechselte ohne Mühe von der Hofdame in Benoit Jacquots „Das Leben der Marianne“ (1996, mit Virginie Ledoyen) zur Lesbierin in „Pourqoi pas nous“ (1998), spielte eine Blinde in „Ma caméra et moi“ (1999), eine Friseuse in „La confusion des genres“ (2000), die Kellnerin in „Nag la bombe“ (2000) und Richterin in „Camping à la ferme“ (2005). Sie war Jacqueline Bissets uneheliche Tochter in Jean-Charles Tacchellas „Man liebt es unentschieden“ (2000) und Königin Isabelle de France in „Les rois maudits“ (TV 2005). Einer ihrer originellsten Filme ist „Delphine: 1, Yvan: 0“ (1996), eine wie ein Fußballspiel inszenierte Liebesgeschichte.

Julie Gayet trat 1994 in einem Aids-Spot, 2004 in einem Werbeclip für Mercedes Benz auf. Sie spielte in zahlreichen Kurzfilmen und Episodenfilmen, so 2007 in „Enfances“, wo sechs Regiedebütanten, darunter Isild Le Besco, ein jeweils entscheidendes Kinoerlebnis ihrer Jugend inszenieren, das mit den Regiegiganten Orson Welles, Jean Renoir, Fritz Lang, Alfred Hitchcock, Ingmar Bergman und Jacques Tati verbunden ist.

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