Julie Christie

Schauspielerin • Sprecherin
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Leben & Werk

Die Tochter eines Teeplantagenbesitzers in Indien war in England das Golden Girl der „Swinging Sixties“, das die sexuelle Freizügigkeit dieser Ära perfekt verkörperte. Mit ihrem außerordentlich suggestiven Blick und ihrer herb erotischen Ausstrahlung fiel die zeitweilig als Model arbeitende Christie John Schlesinger auf. Dieser führte die bereits als beste Nachwuchsschauspielerin für „Geliebter Spinner“ ausgezeichnete Christie in „Darling“, in dem sie ein karrierehungriges Fotomodell spielte, zum Erfolg und zum Oscar als beste Hauptdarstellerin. Damit war sie reif für eine Karriere als Star und schrieb sich als Lara in „Doktor Schiwago“ in die Filmgeschichte ein. Zu den wichtigen Filmen dieser Jahre gehörten „Die Herrin von Thornhill“ und „Fahrenheit 451“, in dem sie in einer Doppelrolle auftrat.

Höhepunkte ihres Filmschaffens sind die schöne und träge Landadelige in Joseph Loseys Meisterwerk „Der Mittler“ (1971), die den Rätseln Venedigs verfallende Engländerin in „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (1973), in dem sie mit Donald Sutherland eine der sinnlichsten Liebesszenen der Filmgeschichte spielte, und die dem Opium erliegende Bordellbesitzerin in Robert Altmans Western „McCabe & Mrs. Miller“ (1971).

Zeitweise zog sich die bewusst rar machende Christie vom Film zurück, um einen Bauernhof in Wales zu bewirtschaften. Für Schlagzeilen sorgte ihre siebenjährige Liaison mit Warren Beatty, an dessen Seite sie die ausgehaltene Geliebte in „Shampoo“ war. Später setzte sich Christie für den Umweltschutz ein, trat in feministischen Produktionen („The Gold Diggers“), unter James Ivory („Hitze und Staub“), in argentinischen Filmen („Die Leidenschaften der Miss Mary„), in dem deutschen TV-Mehrteiler „Väter und Söhne“, als Hamlets Mutter in Kenneth Branaghs „Hamlet“ und als aus der Mode gekommenes, unglücklich verheiratetes Starlet in Alan Rudolphs Liebesreigen „Liebesflüstern“ auf.

Nach mehreren Jahren, in denen Christie – wenn überhaupt – nur in Independentproduktionen zu sehen war, fand sie mit einem Cameo-Auftritt als Madame Rosmerta in Alfonso CuarónsHarry Potter und der Gefangene von Askaban“ zurück auf die große Leinwand. Es folgten weitere Nebenrollen als Achilles‘ Mutter Thetis in Wolfgang Petersens „Troja“ sowie als resolute Großmutter in Marc Forsters märchenhaftem „Wenn Träume fliegen lernen„. 2007 übernahm Christie die Hauptrolle in Sarah Polleys fesselnder Studie über eine an Alzheimer erkrankte Frau, „An ihrer Seite“.

Während des Filmfests München wurde Julie Christie mit dem CineMerit Award ausgezeichnet.

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