Juliane Köhler

Schauspieler
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Leben & Werk

Deutsche Schauspielerin. Sie arbeitet gern mit Regisseurinnen, weil die sie verstehen, und die Frauen, so sie den Stoff in- und auswendig kennen, sie. Juliane Köhler hat feste Vorstellungen vom Beruf, ist gestandene Theaterschauspielerin, sich für Nebenrollen in TV-Filmen nicht zu schade, Trägerin der drei wichtigen deutschen Filmpreise, war 2003 beim Oscar-Sieg von „Nirgendwo in Afrika“ dabei, strebt nicht nach Hollywood und hat als Eva Braun in Oliver Hirschbiegels „Der Untergang“ (2004) Hitlers Lebensgefährtin unbelastet als Frau mit Lebenshunger gespielt. Ihre bekannteste Rolle ist die der Mutterkreuzträgerin und Hausfrau Lilly Wust, die sich in Max FärberböcksAimée & Jaguar“ in Jüdin Felice (Maria Schrader) verliebt, was ihr und Schrader 1999 den Silbernen Bären, den Deutschen Filmpreis und den Bayerischen Filmpreis einbrachte. 2008 spielte sie in „Effi“ unter Hermine Huntgeburth die Mutter von Effi Briest (Julia Jentsch), die in der Fassbinder-Version 1974 von Irm Hermann verkörpert wurde.

Juliane Köhler wurde 1965 als Tochter eines Marionettenschauspielerpaares in Göttingen geboren, besuchte die Waldorf-Schule, studierte in München im Schauspielstudio Gmelin und 1985-88 in Uta Hagens Schauspielschule in New York. 1988 wurde sie am Niedersächsischen Staatstheater in Hannover engagiert, avancierte am Residenztheater in München zum gefeierten Bühnenstar („Hedda Gabler“, „Das kunstseidene Mädchen“, „Fräulein Else“, „Woyzeck“) und wurde 1995 vom Bayerischen Kultusministerium als Beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. Köhler trat am Frankfurter Schauspielhaus auf, an den Münchner Kammerspielen und ist seit 2001 festes Mitglied des Bayerischen Staatsschauspiels.

Juliane Köhlers Filmkarriere begann mit dem Rauswurf am Residenztheater, weil Intendant Eberhard Witt ihr für „Aimée & Jaguar“ keine zusätzlichen Drehtage zugestand. Dem Triumph folgten Erfolge mit der Erich-Kästner-Verfilmung „Pünktchen und Anton“ (Mutter von Pünktchen) und „Nirgendwo in Afrika“ (Oscar als Bester Ausländischer Film), wo sie 1938 mit ihrer jüdischen Familie nach Kenia flieht. Beide Filme wurden von Caroline Link inszeniert.

Juliane Köhler spielt häufig überforderte Mütter als Personen im Grenzbereich, „schwierige Rollen mit einem Geheimnis, an das ich mich heran arbeiten muss. So in ihrer Rolle in Anne Wilds „Mein erstes Wunder“ (2001)oder in Stephan Wagners „In Sachen Kaminski“ (2005), wo sie um das Sorgerecht für ihre Tochter kämpft, in Alain Gsponers „Das wahre Leben“ (2006, mit Katja Riemann), und in der fast stummen Rolle der Haft entlassenen Alex in Silke Enders‘ „Mondkalb“ (2008), die sich in der ostdeutschen Provinz neu orientiert. 2008 hat sie einen Kurzauftritt an der Seite von Jeff Goldblum in Paul Schraders Holocaust-Drama „Adam Resurreccted“ und gehört mit Nina Hoss und Jördis Triebel zu den Frauen, die sich in Max Färberböcks „Anonyma - eine Frau in Berlin“ durch die Trümmer der Reichshauptstadt schlagen.

Juliane Köhler ist Sprecherin von Hörbuchern im Jugendliteraturbereich („Nils Holgersson“).

Juliane Köhler lebt in München und hat zwei Töchter.

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