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Der will doch nur spielen

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Julia Roberts Poster
© Universal

Mitte der 80er Jahre, in einem Kinderzimmer irgendwo zwischen Japan, Deutschland und den USA: Ein kleiner Junge spielt mit einem Plastikauto, das er unter lauten „Brrr Nrrrum“ zu einem aufrecht stehenden Roboter umbaut.

Action so weit das Auge reicht: "Transformers" Bild: Universal

Heute ist der kleine Junge erwachsen. Optimus Prime, Megatron und Co., die Helden seiner Jugend, kann er mittlerweile im Kino bewundern: Regisseur Michael Bay hat sich für seinen Sommer-Blockbuster „Transformers“ von den beliebten Spielfiguren inspirieren lassen.

Dass Kinderspielzeug die Basis des Actionknallers ist, merkt man „Transformers“ selten bis gar nicht an. Bay schickt seinen Zuschauer auf eine schwindelerregende Achterbahnfahrt zwischen Erde und Weltall, Autobots und Decepticons. Der gelehrige Zögling von Hollywood-Topproduzent Jerry Bruckheimer überbordet seinen Film mit epochalen Kampfszenen und nie zuvor dagewesenen Spezialeffekten.

Die guten alten Zeiten: "Transformers" in 2D und im TV Bild: Best Entertainment

Damals und heute

Den ehemals kleinen Jungen freut’s, das eine oder andere Mal entfleucht ihm gar ein leises „Boah“. Mit seinen geliebten Spielzeug-Transformers, von denen immer eine Tür oder ein Rad abgebrochen ist, hat das bombastische Leinwandspektakel allerdings nichts zu tun. Dazu ist Bay viel zu sehr in seine Kawumm-Szenen verliebt, einen ironischen Unterton oder gar liebevollen Retrocharme sucht man in „Transformers“ vergebens.

Geboren wurden die Autobots und Decepticons 1984 als Zusammenarbeit der japanischen Spielzeugfirma Takara Tomy und den amerikanischen Kollegen von Hasbro. Um den Verkauf der Plastikfiguren anzukurbeln, gaben die Schöpfer Comics, Videospiele und eine TV-Zeichentrickserie in Auftrag. Mit Erfolg: Bis heute gelten die Transformers als Musterbeispiel für eine geglückte Marketingstrategie. Kein Wunder, dass Hasbro auch beim aktuellen Kinofilm ordentlich mitmischte.

Mehr als nur Kinderspielzeug

Ein Traum in rosa: Barbie tanzt mit Prinz Ken in den Himmel Bild: Universal

Deshalb überrascht es auch nicht, dass im Film ein kleines blondes Mädchen werbewirksam ein pinkfarbenes Stoffpony mit sich herumträgt - schließlich entstammt das 80er-Jahre-Kinderspielzeug „Mein kleines Pony“ genau wie die Transformers dem Hause Hasbro. Was kommt also als nächstes? „Quentin Tarantinos Mein kleines Pony“? Oder vielleicht „John Woos Diddlmaus-Film“?

So abgehoben wie sie klingen mögen, sind diese Mutmaßungen nicht. Die Filmindustrie hat längst das Potenzial entdeckt, das in bekannten Spielzeug-Marken steckt. Seit einigen Jahren geistert beispielsweise Superblondine Barbie durch computeranimierte Märchen wie „Rapunzel“ und „Der Nussknacker„. Allerdings sind diese Spielzeug-Adaptionen so lieblos gemacht, dass sie nie den Weg ins Kino gefunden haben, sondern gleich auf DVD erschienen sind - zusammen mit den passenden Puppen, versteht sich.

Die "Bratz" sind das neueste Trendspielzeug aus den USA Bild: MGA Entertainment

Modepüppchen und Muskelmänner

Barbies modeverrückte Kolleginnen, die „Bratz„, haben es bereits zu Kinoehren gebracht. Die High-School-Komödie, in der echte Schauspielerinnen die Rollen der grell geschminkten Püppchen übernehmen, startet Anfang August in den USA. Wann die Spielzeug-Verfilmung in die deutschen Kinos kommt, steht allerdings noch nicht fest.

Doch das ist noch längst nicht alles: Julia Roberts produziert derzeit den Kinderfilm „Kit Kittredge: An American Girl Mystery“ mit „Little Miss SunshineAbigail Breslin in der Hauptrolle. Auch dieser Film basiert auf einer in den USA beliebten Puppe.

Auch die Jungs kommen nicht zu kurz: Nach langem Hin und Her hat sich Produzent Joel Silver („Matrix„) die Rechte an Muskelprotz „He-Man“ und seinen „Masters of the Universe“ gesichert. Besetzung und Regisseur stehen zwar noch nicht fest, doch der Kinostart des Fantasy-Abenteuers wird bereits für 2009 angepeilt. In zahlreichen Foren fordern besorgte Fans die Macher auf, bei der Umsetzung des Stoffs möglichst nah an der Original-Spielzeugreihe zu bleiben. Schließlich war Actionstar Dolph Lundgren 1987 in der ersten „He-Man“-Verfilmung nicht besonders gut angekommen.

Michael Bay bei der Arbeit am Set von "Transformers" Bild: Universal

Weniger wäre mehr gewesen

Auch Michael Bay musste seine „Transformers“ etliche Male umgestalten lassen, nachdem Anhänger der Zeichentrickserie mit seinen Roboterentwürfen nicht zufrieden waren. Doch auch nach den Korrekturen wirken seine Helden gigantisch, aber seelenlos.

Natürlich werden Fans der Figuren trotzdem scharenweise ins Kino pilgern, um ihre ehemaligen Spielkameraden auf der großen Leinwand zu sehen. Und nach dem Kinobesuch werden sie vielleicht auf den Dachboden gehen, um den guten alten Optimus Prime und seine Kollegen aus einer verstaubten Kiste zu holen.

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