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Leben & Werk

„Wahrscheinlich habe ich durch meine Kindheit eine gewisse Affinität zu der Zeit um 1945.“Seit Jahren träumt er vom großen deutschen Kino. Mit großem Gespür für emotionale, oftmals historisch verbürgte Stoffe und geschultem Blick nähert sich Joseph Vilsmaier seinen Geschichten.

Geboren wurde er am 24. Januar 1939 in München, wo er auch einen Großteil seiner Kindheit verbrachte. In den Fünfzigerjahren absolvierte er bei Arnold & Richter (ARRI) eine Ausbildung in der kameratechnischen Abteilung und studierte parallel am Münchner Konservatorium Klavier. 1961 erhielt er seine erste Anstellung bei Bavaria Film - zunächst als Kamera-Assistent.

Ab 1972 arbeitete er als selbstständiger Kameramann von TV-Filmen wie „Die Stunde des Löwen“ (1982), „Tatort: Doppelspiel“ (1984) und „Rosinenbomber“ (1987).

Mit seiner 1988 gegründeten Produktionsfirma Perathon Film realisierte er schließlich seinen ersten Spielfilm als Regisseur - und landete damit auf Anhieb einen Riesenerfolg im deutschen Kino: Der niederbayrische Bilderbogen „Herbstmilch“, basierend auf den Erinnerungen der Bäuerin Anna Wimschneider, begeisterte über 2,2 Mio. Besucher und wurde mit zahlreichen Filmpreisen überschüttet.

Auch seine folgenden Regiearbeiten, wie die Trümmerfrauen-Liebesgeschichte „Rama Dama“ (1990), das authentisch dargestellte Anti-Kriegs-Epos „Stalingrad“ (1992) und die Erich-Kästner-Verfilmung „Charlie & Louise - Das doppelte Lottchen“ (1993), fanden großen Anklang und brachten Vilsmaier, der bei fast allen seinen Filmen neben der Regie weiterhin für die Kamera verantwortlich zeichnet, auch internationale Anerkennung. Hits wie „Schlafes Bruder“ (1995) und „Comedian Harmonists“ (1997) folgten. Marlene Dietrich setzte er ein umstrittenes Denkmal mit „Marlene“ (2000) . In „Leo und Claire“ (2001) erzählte er eine auf Fakten basierende tragische Alltags- und Liebesgeschichte im Nürnberg der Nazizeit. Mit dem frei auf Stifters Erzählung basierendem Bergdrama „Bergkristall“ (2004) wandte sich Vilsmaier erneut dem Family Entertainment zu.

2005 verfilmte der Regisseur mit „Der Weihnachtsbrei“ eine stimmungsvolle Geschichte über Wichtel, die auf ihr Weihnachtsmahl verzichten müssen und sich mit einem Zauber an den Menschen rächen. In Zusammenarbeit mit seiner Frau und dem Produzenten Artur Brauner realisierte er ein Jahr später das Drama „Der letzte Zug“ über die Deportation von Juden aus Berlin in das KZ Auschwitz 1943. Das Regiepaar durfte dafür den Spezialpreis der Jury bei der Bayerischen Filmpreisverleihung 2006 entgegen nehmen. Nach der Arbeit an zwei Fernsehkrimis, „Siska - Schatten einer Frau“ und zwei Folgen von „Der Alte“, kehrte Vilsmaier 2007 mit „Die Gustloff“ wieder zu einem historischen Stoff zurück. Der Zweiteiler schildert den Untergang der Wilhelm Gustloff, an deren Bord sich 10.000 deutsche Flüchtlinge befanden, im Januar 1945. Mit einem Aufgebot von 400 Statisten wurde in Stralsund und auf Malta gedreht. Zu seinen aktuellen Projekten zählt „Die Geschichte vom Brandner Kaspar„. Der Film, bei dem Vilsmaier auch als Produzent fungiert, soll im Herbst 2008 in die Kinos kommen.

Seit 1986 ist Vilsmaier mit der tschechischen Schauspielerin Dana Vávrová verheiratet, die er in vielen seiner Filme inszenierte und deren Regiearbeiten „Hunger - Sehnsucht nach Liebe“ und „Der Bär ist los“ er produzierte.

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