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Terry Gilliam vs. "Don Quixote"

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Johnny Depp Poster
© KSM

Was haben Ex-Monty-Python Terry Gilliam und die Romanfigur Don Quixote gemeinsam? Für keinen von beiden ist Aufgeben eine Option. Und schon gar nicht, wenn es um die unheilvolle Kombination der beiden traurigen Helden geht.

Der Anfang vom Ende: Terry Gilliam bei den verfluchten Dreharbeiten zu "Don Quixote" Bild: KSM

Während der Promotour für sein schräges Zukunftsdrama „Zero Theorem“ ließ Regisseur Terry Gilliam die Bombe platzen: „Ich werde mich jetzt noch einmal an ‚Don Quixote‘ versuchen“, behauptete er vor der Presse. Ein Satz, der cineastisch betrachtet in einer Reihe steht mit „Jetzt nehme ich mir noch mal Russland vor“ von Napoleon Bonaparte oder „Wegen so einem Eisbröckchen lohnt sich Ausweichen nicht“ vom Kapitän der „Titanic“ Edward Smith.

Denn „Don Quixote“ ist für Terry Gilliam, was Kryptonit für „Superman“ ist: ein Quell steten Unglücks. „The Man Who Killed Don Quixote“ lautet der ganze Name des unseligen Filmprojekts, an dem sich Gilliam im Oktober 2000 zum ersten Mal versuchte. Doch vom optimistischen Start - unter anderem mit Johnny Depp und Vanessa Paradis an Bord - bis zur entnervten Aufgabe vergingen zwar nur wenige Tage. Doch die waren gefüllt mit allem, was einem Filmemacher an Schicksalsschlägen zustoßen kann: Pech mit dem Wetter, Pech mit Krankheiten, Pech mit der Finanzierung, Pech mit… einfach Allem.

Ein Film entstand dabei dennoch. Die wundervolle Dokumentation „Lost in La Mancha“ über den Desaster-Dreh - ein preisgekröntes Lehrstück über das Scheitern in all seinen heimtückischen Facetten. Und Terry Gilliam? Besessen von dem Projekt wie eh und je: „Ich glaube es ist das siebte Mal, dass ich mich daran mache. Aber vielleicht ist die Sieben ja jetzt meine Glückszahl. Schauen wir einfach mal, was passiert. Ich begebe mich einfach wieder zurück in meine Ausgangsbasis. Ich will den Film machen und ihn dann loswerden. Ihn endgültig aus meinem Leben draußen haben.“

Sein ganz persönlicher Fluch

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Klingt irgendwie nicht mehr nach einem Herzensprojekt sondern nach blanker Besessenheit à la Kapitän Ahab: „Ich weiß nicht, ob er gut oder schlecht wird. Das Gefährliche daran ist, dass so viele Leute auf ihn warten - ich werde also vielleicht viele Menschen enttäuschen.“ Johnny Depp möchte mit dem Film jedenfalls niemanden enttäuschen - und mischt daher einfach nicht mehr mit. Aktuell werden Robert Duvall und Ewan McGregor als Quixote und Sancho Panza gehandelt. Aber fix is‘ nix in La Mancha. Bis auf eines: Terry Gilliam wird den Film machen. Und wenn es das Letzte ist, was er in seinem künstlerischen Leben auf die Leinwand bringt. Wenn nicht diesmal, dann eben bei Versuch acht. Oder neun. Wie es so ist, beim unverzagten Kampf gegen Windmühlen, die man für Riesen hält…

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