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Super-Helden für die Traumfabrik

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Johnny Depp Poster

Einst fristeten sie zwischen den Pappdeckeln der Groschenheftchen ihr Randgruppen-Dasein, jetzt erstrahlen sie in vollem Hollywood-Glanz auf der großen Leinwand: Comic-Helden machen Träume wahr.

Superman sorgte dafür, dass die Comics laufen lernten

In den 70er-Jahren entdeckte man sie in Hollywood (wieder), in den 80ern brachte man sie als erstmals als A-Filme auf die große Leinwand, in den 90ern spielten sie veritable Geldberge ein, und im neuen Jahrtausend gibt es kein Halten mehr: Eine nie dagewesene Flut von Comic-Verfilmungen bricht über den geneigten Cineasten herein.

Schuld daran sind die dramatische Verjüngung des Massenpublikums, rapide Fortschritte im Effektewesen und das Erwachen des Verlagsgiganten Marvel im Kino-Bereich. Die Palette der Adaptionen reicht vom klassischen Superhelden über diverse Horror- und SF-Motive bis hin zu ernsthaften Dramen à la „Ghost World“ und „Road to Perdition„.

Auch das „alte Europa“, lange Zeit von Bett- und Supermännern bei weitem nicht so beeindruckt wie die Amis, hängt mittlerweile fest am Haken der Trendstrategen.

Batman“ (1989) hat die Messlatte hoch gelegt: Nichts weniger als ein Blockbuster mit zwei bis drei Sequels wird an den Kinokassen erwartet, wenn so ein Superheld an den Start geht. Dafür darf der Spaß dann auch mal deutlich mehr als 100 Millionen Dollar in der Herstellung kosten und muss mit der eigentlichen Vorlage außer der kultigen Garderobe nicht mehr viel zu tun haben. Schließlich entstammen die meisten Superhelden den 50ern bzw. 60ern, müssen nun aber eine reizüberflutete MTV-Kundschaft fesseln. Da genügt es nicht, Bösewichte der Polizei zu übergeben und ein paar Kinnhaken zu verteilen.

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Spidey jagt die Fledermaus

Glücklicherweise macht die CGI-Effekttechnologie, entwickelt in den späten 80ern in den Technikerstäben der Herren Cameron („Terminator„) und Lucas („Star Wars„), inzwischen kleine bis mittlere Wunder möglich.

Vor noch nicht allzu langer Zeit besaßen die Superhelden aus dem amerikanischen DC-Verlag, namentlich „Superman“ und „Batman“, das Monopol auf große Kinoauftritte. Marvel, dessen Helden im Comicbereich höchste Popularität genossen, vernachlässigte das Filmgeschäft und überließ seine Helden gar B-Filmern zur Verwurstung auf dem Trash-Sektor.

Seit Comic-Adaptionen Geld wie Heu einspielen, hat sich das geändert. In den 90ern durften erste Testballone das Gelände sondieren, und nachdem sowohl „Blade“ als auch „X-Men“ die Erwartungen mehr als erfüllten, öffnen sich die Schleusen langsam aber sicher für das ganze, große Marvel-Universum:

Spiderman„, „Blade II“ und „Daredevil“ heißen die aktuellen Kandidaten, „The Hulk“ und „X-Men 2“ stehen in den Startlöchern, „Hellblazer“ mit Nicolas Cage „Die fantastischen Vier“ (produziert von Bernd Eichinger!) und ein neuer „Punisher“ werfen ihre Schatten voraus.

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Das Imperium schlägt zurück

DC bleibt da nicht untätig und kündigt für 2004 einen neuen „Superman“ an. Außerdem ganz heiß im Gespräch: „Batman: The Frightening“. Wolfgang Petersens „Superman vs. Batman“-Projekt scheint damit - fürs erste - gestorben.

Es müssen nicht immer Superhelden sein. Auch „Men in Black“ ist eine Comicverfilmung und in dieser Funktion erfolgreicher als alle Cape-Schwinger der vergangenen Jahre.

Aber auch kleinere Filme und ernsthafte Dramen werden zunehmend von den Sprechblasenbildern animiert.

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Comic, ernsthaft!

From Hell„, die Jack the Ripper-Variation von den Hughes-Brüdern mit Johnny Depp in der Hauptrolle, basiert ebenso auf einem Comicbook wie „Unbreakable“ mit Bruce Willis, Terry Zwigoffs Mädchendrama „Ghost World“ oder „Road to Perdition“, der düstere Gangsterfilm von „American Beauty„-Macher Sam Mendes.

Vielleicht verliert ja auf diese Weise auch Deutschland seinen Dünkel gegenüber den Schundheftchen. Schließlich soll es schon europäische Erfolge in dieser Richtung gegeben haben, siehe „Asterix“ oder „Der bewegte Mann„!

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