Depp und DiCaprio als Beatnik-Duo

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Johnny Depp Poster

Alkohol-Exzesse, mitreißende Romane, pervertierter Katholizismus und ein klares Ja zum Vietnam-Krieg!

Auf zum Höllentrip: Johnny und Leo zücken den Bleistift Bild: Columbia TriStar/UIP

Das waren die Eckpunkte im Leben und Wirken des Romanciers Jack Kerouac - ein Außenseiter, eine schillernde Figur, ein Mensch voller Widersprüche. Also genau aus dem Holz geschnitzt, wie es Hollywood-Rebell Johnny Depp liebt. Kein Wunder also, dass er nun plant, dem extremen Autoren ein filmisches Denkmal zu setzen.

Den passenden Kompagnon hat Depp auch schon gefunden: Leonardo DiCaprio soll Jacks besten Kumpel Neal Cassidy verkörpern. Die beiden hatten um 1950 mehrere spontane und reichlich chaotische Reisen durch die USA und Mexiko unternommen. Daraus entstand Kerouacs erfolgreichster Roman „Unterwegs“, der aber erst 1957 veröffentlicht wurde, als findige Verleger sich endlich für das Werk im mittlerweile in Mode gekommenen Beatnik-Stil interessierten.

Sauf- und Raufbolde unter sich

Als Filmheld ist Kerouac aber vor allem wegen seiner bewegten Biographie interessant: 1922 als Arbeiterkind in Massachusetts geboren, verließ er trotz einer aussichtsreichen Zukunft als College-Footballer die Schule, als sein Vater spiel- und alkoholsüchtig wurde. Er segelte lange Jahre mit der Handelsmarine und lernte in New York Neal Cassidy kennen, einen Straßencowboy und Gelegenheitsbetrüger aus Denver, der eine Beziehung zum homosexuellen Schriftsteller Allen Ginsberg unterhielt - obwohl er dessen Neigung gar nicht teilte.

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Jack Kerouac und Neal Cassidy gingen gemeinsam auf Reisen und Kerouac entwickelte aus den Briefen, in denen Cassidy seine Eindrücke festhielt, den von freien Assoziationen geprägten Stil seines Romans „On the Road“.

Ein regelrechter Hype um Kerouac und eine Gruppe befreundeter Autoren, die Kerouac selbst die „Beat Generation“ taufte, entstand aber erst in der zweiten Hälfte der Fünfziger. Kerouac selbst kam mit dem späten Ruhm nicht klar, verfiel dem Alkohol und schrieb über seinen Absturz in San Francisco seinen letzten großen Roman „Big Sur“.

Seine letzten Jahre verbrachte Kerouac bei seiner Mutter in Long Island, entwickelte konservatives Gedankengut, einen wirren Religionsmix aus Katholizismus und Buddhismus und sprach sich gar für den Vietnam-Krieg aus. Das Haus verließ er fast nie, stattdessen spielte er mit Poker-Karten ein „unendliches“ Baseball-Turnier aus, das an seinem Todestag im Oktober 1969 dann doch in die letzte Runde ging - als Kerouac gerade mal 47 Jahre alt war.

Für Johnny Depp also wieder eine echte Paraderolle nach Freaks wie „Edward mit den Scherenhänden„, „Gilbert Grape„, „Ed Wood„, „Don Juan DeMarco„, Ichabod Crane und zuletzt Jack Sparrow aus „Fluch der Karibik„.

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