Johnnie To

Producer • Regisseur
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Leben & Werk

Mit John Woo und Tsui Hark der wichtigste Regisseur und Produzent der jüngeren Filmgeschichte Hongkongs, gilt Johnnie To als Stilist des Trios, dessen elegant düstere und mit fulminanter innerer wie äußerer Spannung aufgeladene Gangsterballaden, Cop Movies und Noir-Thriller das Gütezeichen der „Milkyway Darkness“ (nach seiner Produktionsfirma) tragen. Der „Michael Mann von Hongkong“, der pro Jahr durchschnittlich zwei bis drei Filme inszeniert, „schneller filmt als sein Schatten“ und durchweg erstaunliche Meisterwerke zaubert, unterstützt Independent-Arbeiten und Kunstkinoautoren, dreht fürs Fernsehen und ist der erste HK-Regisseur, dessen Filme regelmäßig auf Festivals von Cannes bis Berlin und Toronto laufen. Als Höhepunkt seines Schaffens gilt die Saison 1999/2000, als er mit drei Filmen - „Running Out of Time„, „The Mission“ und „Where a Good Man Goes“ - bei den HK Film Awards nominiert war und sich sozusagen selbst schlug (Sieger wurde „The Mission“).

Johnnie Tos Filme sind Werke von seltener Klarheit, nichts muss mehr begründet werden, die makellos choreo- grafierten Geschichten grenzen ans Zeit- und Raumlose, sind so präzise, pointiert, entschlackt und ohne jede Redundanz, dass einem der Atem stockt: pure filmische Präsenz. Das sensationelle Action-Duell von Andy Lau und Takeshi Kaneshiro in „Fulltime Killer“ (2000), die Freund- schaft zwischen dem Killer und dem Cop in „Running Out of Time“, der Leerlauf der wie in Standbildern verharrenden Bodyguards in „The Mission“, der von einem rachsüchtigen Cop verfolgte Haftentlassene in „Where a Good Man Goes“, die nächtliche Jagd auf eine verlorene Pistole in „PTU“ (2003), die Belagerung des Apartmentblocks in der gnadenlosen Mediensatire „Breaking New“ (2004), die Machtkämpfe der Triaden in „Election“ (2005) und „Election 2“ (2006): Mit fehlerlosem Handwerk, guten Schauspielern und atemberaubender Kameraarbeit (fast immer im Scope-Format) ist To ein Meister des Genrefilms wie John Woo und Jean-Pierre Melville, in deren Tradition er steht.

Johnnie Tos Karriere umspannt rund dreißig Jahre Hongkong-Geschichte und reflektiert die Veränderungen der dortigen Filmindustrie. Als Johnnie To Kei Fung 1955 in HK geboren (Woo ist Jahrgang 1946), lernte er sein Handwerk beim TV-Sender TVB Hongkong. Weil er sein Regiedebüt „The Enigmatic Case“ (1980) für misslungen hielt, kehrte er für sieben Jahre zum Fernsehen zurück, bevor er seine Kinokarriere in Angriff nahm. Unter der Ägide von Produzent Raymond Wong inszenierte To nach Industrievorgaben, schuf Hits wie das Melodram „All About Ah Long“ (mit einem langhaarigen Chow Yun-Fat, 1989), die Nonsens-Komödie „Justice, My Foot!“ (1992) oder die mit dem Martial-Arts-Choreografen Ching Siu Tung identifizierte prachtvoll zügellose verrückte Bad-Girls Fantasy „Heroic Trio“ (1993, mit Michelle Yeoh, Anita Mui und Maggie Cheung).

Als die Filmindustrie Hongkongs durch das von Woo vorhergesehene „A Better Tomorrow„, die Übergabe an die Volksrepublik China 1997, zusammenbrach, fand To zu sich selbst. Mit seinem langjährigen Drehbuchautor Wai Ka Fai, auf dessen innovative Arbeiten To bauen konnte, gründete er die Firma Milkyway Image Ltd. und brach 1996 mit Unterweltfilmen, dem eigenen „A Hero Never Dies“ sowie den von ihm produzierten „Beyond Hypothermia - Der Koch und die Killerin“ (1996), „The Longest Nite“ und „Expect the Unexpected“ (1998, beide von Patrick Yau Nai Hoi) in eine neue Ära auf.

Johnnie To wurde 2005 auf dem Festival von Sitges mit dem Time Machine Career Achievement Award ausgezeichnet.

Filme und Serien

Videos und Bilder

News und Stories

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