John Woo

John Woo

Leben & Werk

Sein Name steht für die perfektesten actionbetonten Gangsterfilme des asiatischen Raums, die, von Jean-Pierre Melville, Sam Peckinpah, Stanley Kubrick, David Lean und Martin Scorsese beeinflusst, ihrerseits auf Hollywood-Regisseure wie Scorsese, Oliver Stone und Quentin Tarantino zurückwirkten und in den USA Kultstatus besitzen. Als John Woo 1992 von Hongkong in die Staaten zog und den Action-Film „Hard Target – Harte Ziele“ drehte, war die Presse bei der PR-Tour mit dem Hauptdarsteller Jean-Claude Van Damme mehr an Regisseur John Woo als an dem Star interessiert. John Woo, als Wu Yusheng 1946 in der südchinesischen Provinz Kanton geboren, rettete sich 1950 mit seiner Familie vor den Kommunisten in die britische Kronkolonie Hongkong, wo Woo die Methoden und Verbrechen der Triaden hautnah kennen lernte: Bandenkriege, die in seine Filme eingingen. Woo arbeitete in der boomenden Filmindustrie Hongkongs erst für die Cathay Studios, dann für die Golden Harvest Studios der Shaw Brothers, und inszenierte 1972 seinen ersten Spielfilm, den Kung-Fu-Film „The Young Dragons“, der erst 1975 in die Kinos kam. In dieser Zeit lernte er den noch nicht berühmten Jackie Chan kennen und inszenierte mit ihm „Hand of Death“. Nach vierzehn Filmen, meist Kampfsportfilme und Komödien, aber auch kantonesische Opern, fühlte sich Woo Mitte der 80er in einer Sackgasse, wechselte zum experimentierfreudigen Cinema City-Studio, lernte Tsui Hark („Peking Opera Blues„) kennen und legte 1986 mit „A Better Tomorrow – Der City Wolf“ eine Mischung aus eiskaltem Gangsterfilm und Familienmelodram vor, das seine große Zeit einleitete. Der mit seinem Lieblingsschauspieler Chow Yun-Fat in der Hauptrolle gedrehte Film machte beide zu Stars, die im Film getragene Designerbrille aus der Kollektion von Alain Delon, mit der Chow Yun-Fat die Gemetzel übersteht, wurde in Hongkong restlos ausverkauft. „The Killer – Blast Killer“ (1989), Woos Meisterwerk des „Heroic Bloodshed“ genannten Subgenres, zeigt Chow Yun-Fat wie in Melvilles „Der eiskalte Engel“ als Auftragskiller, der zwischen die Fronten von Triaden und Polizei gerät; er will sich zur Ruhe setzen und kämpft schließlich gemeinsam mit einem Polizisten für ein durch seine Schuld erblindetes Mädchen gegen ehrlose Gangster. „The Killer“ setzte neue Maßstäbe im Bereich der Stahlgewitter, Action-Choreographien und den von Woo geliebten, von Sergio Leone („Zwei glorreiche Halunken„) stammenden Duellen zu dritt, die als erbitterte Showdowns das Blutvergießen ästhetisch überhöhen, und machte Woo im Westen bekannt. Der technisch herausragende Woo drehte den Vietnam-Film „Bullet in the Head„, die Dirty-Harry-Variante „Hard-Boiled“ und die Gaunerkomödie „Once a Thief – Killer Target“, bevor er in die USA ging. Der Agententhriller „Operation: Broken Arrow“ (1995, mit John Travolta) blieb hinter Woos Maßstäben zurück, bis er mit „Face/Off – Im Körper des Feindes“ und „Mission: Impossible 2“ eindrucksvoll sein Können als der beste Action-Regisseur der 90er bestätigte. In „Face/Off“ tauschen ein Polizist und ein Killer (Travolta und Nicolas Cage) ihre Identität, in „Mission“ kämpft Tom Cruise gegen eine Terrororganisation. Woo ist auch als Produzent und Darsteller tätig und sorgte mit seinem Erfolg dafür, dass die Hongkong-Action Eingang in Hollywood fand („Matrix“, „Romeo Must Die“) und Regisseure wie Tsui Hark und Ringo Lam ihm nachfolgten.

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