Mit 90 unveröffentlichen „Django Unchained“-Minuten macht Quentin Tarantino seine Fans heiß.

Die diesjährigen Filmfestspiele von Cannes sind vorbei, doch zum Schluss kamen die Fans von Quentin Tarantino noch einmal voll auf ihre Kosten. Der Regisseur feierte mit ihnen und den Stars von damals das 20-jährige Cannes-Jubiläum seines Kultfilms „Pulp Fiction„. Am Tag darauf versprach er dann, seinen letzten Hit „Django Unchained“ ordentlich aufzumotzen:

„Ich habe noch etwa neunzig Minuten von ‚Django‘, die noch niemand gesehen hat“, verrät Tarantino, dessen mit zwei Oscars ausgezeichnetes Werk es in der Kinofassung schon auf beinahe drei Stunden bringt. „Die Idee ist es, daraus ein vierstündige Version zu schneiden. Aber nicht als Vierstundenfilm“.

Tarantino plant, seinen XXL-„Django“ als Miniserie mit vier Folgen à einer Stunde ins TV zu bringen, rechnet aber nicht mit allzu geduldigen Fans: „Die würden dafür sterben, sich alle vier Episoden am Stück reinzuziehen“, lacht er.

Tarantino tanzt den „Pulp Fiction“-Twist

Während der Filmfestspiele diente der Plage de la Croisette, der Sandstrand von Cannes, schon immer dürftig bekleideten Starlets als Räkelunterlage. Das ist so „pulp“, wohin sonst sollte Quentin Tarantino einladen, um „Pulp Fiction“ noch einmal in Cannes vorzuführen. Er selbst legte auf dem Roten Teppich den legendären Jack Rabbit Slim’s Twist hin und wurde dafür von „seinen“ Stars gefeiert: Michael Madsen war gekommen, Ur-Django Franco Nero und vor allem John Travolta und Uma Thurman.

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„Ich habe ‚Pulp Fiction‘ unter so ziemlich allen Umständen gesehen, die ein Mensch nur erleben kann - bis auf diesen hier“, rief der Filmemacher seinem Publikum zu. „Jetzt holt euch einen Joint aus der Tasche und zündet ihn an.“ 1994 hatte Tarantino mit dem Film in Cannes die Goldene Palme gewonnen und damit seinen Durchbruch geschafft.

Gezeigt wurde „Pulp Fiction“ als traditionelle 35mm-Version, denn mit der schönen neuen digitalen Welt steht Quentin Tarantino auf Kriegsfuß: „Als ich anfing, brauchtest du mindestens 16mm, um etwas zu reißen. Für die meisten von uns war das schon der Mount Everest, den sie nicht bezwingen konnten. Wenn also heute etablierte Filmemacher digital drehen, dann fehlt mir dafür jedes verdammte Verständnis!“

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