Leben & Werk

Seine Anfänge fielen mit dem britischen Free Cinema der 60er Jahre zusammen, aber seine Weltkarriere begründete der 1926 in London geborene John Schlesinger mit amerikanischen Filmen, in denen er kontroverse Themen teils in Thriller-Form aufgriff. Schlesinger begann mit Dokumentarfilmen für die BBC, was 1962 zu seiner ersten Regiearbeit mit „Nur ein Hauch Glückseligkeit“ („Goldener Bär“ in Berlin) führte; einer Liebesgeschichte zwischen einem technischen Zeichner und einer Sekretärin, deren nüchterne Inszenierung zu Schlesingers Kennzeichen wurde. Mit der Satire „Geliebter Spinner„, in der Tom Courtenay einen realitätsfernen Büromenschen spielte, begann Schlesingers drei Filme umspannende Zusammenarbeit mit Julie Christie, die für „Darling“, in dem sie ein Model in der Glamourwelt spielte, 1965 den „Oscar“ als beste Hauptdarstellerin erhielt. Der dritte gemeinsame Film wurde die Literaturverfilmung „Die Herrin von Thornhill“ (nach Thomas Hardy), in der Christie als Adelige zwischen zwei Männern steht und die wegen ihrer überwältigenden Landschaftsfotografie (vom späteren Regisseur Nicolas Roeg) auffällt. Schlesingers erster amerikanischer Film „Asphalt-Cowboy“ (1968), der die Freundschaft zwischen einem Callboy (Jon Voight) und einem TBC-kranken Obdachlosen (Dustin Hoffman) schildert, erhielt drei „Oscars“, darunter den für die Regie. Ebenso berühmt wurde die Filmmusik von John Barry. Schlesinger etablierte sich in der Folge mit komplexen psychologischen Filmen, die Homosexualität in „Sunday, Bloody Sunday„, die Hysterie der Kleindarsteller in Hollywood in der Nathaniel-West-Verfilmung „Der Tag der Heuschrecke“ und US-Soldaten in England in „Yanks“ als Themen haben. Der Thriller „Der Marathon-Mann“ (1976), in dem Dustin Hoffman als Student in eine Verschwörung um einen Zahn- und ehemaligen KZ-Arzt (Laurence Olivier) gerät, enthält eine beklemmende Zahnoperation als Folter-Szene, und stand am Anfang mehrerer unterschiedlicher Thriller Schlesingers: Spionage in „Der Falke und der Schneemann“ (mit Sean Penn), Voodookult in „Das Ritual“, ein unheimlicher Mieter (Michael Keaton ) in der Hitchcock-Variation „Fremde Schatten“, Mord und Ehebruch im Schatten der Berliner Mauer in „…und der Himmel steht still“, und Selbstjustiz in „Auge um Auge“ markieren eine Spannweite, die nicht immer inszenatorisch ihre Versprechen einlöst, aber stets spannende Unterhaltung bietet. Außergewöhnlich differenziert verbindet Schlesinger in „Madame Sousatzka“ 1988 Shirley MacLaines Charakterstudie einer Klavierlehrerin und ihres begabten indischen Schülers mit dem Verfall eines alten Londoner Arbeiterviertels. „Cold Comfort Farm“ ist eine ländliche Komödie, „Ein Freund zum Verlieben“ eine für Madonna und Rupert Everett konzipierte Komödie um zwei Exzentriker, die ein Kind großziehen.

Filme und Serien

Videos und Bilder

News und Stories

  • John Schlesinger verstorben

    Der britische Regisseur John Schlesinger ist am Freitag vergangener Woche in Palm Springs verstorben. Er wurde 77 Jahre alt. In den 60er Jahren hatte er durch Filme wie Billy Liar, Darling, Midnight Cowboy und Sunday Bloody Sunday das Free Cinema in England mitbegründet. Er war zweimal für einen Oscar als bester Regisseur nominiert (Sunday Bloody Sunday und Darling) und gewann ihn schließlich mit Midnight Cowboy. Sein...

    Kino.de Redaktion  
  • John Schlesinger ist tot

    John Schlesinger ist tot

    Der britische Filmemacher und Oscarpreisträger verstarb am 25. Juli 2003 in Palm Springs im Alter von 77 Jahren.

    Ehemalige BEM-Accounts  

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