Drei dicke Wälzer lang ist er nur ein dunkler Schatten, der sich über das Gesicht jedes Zauberkundigen legt, sobald nur sein Name erwähnt wird. Doch als Harry Potter im vierten Roman um den Feuerkelch kämpft, nimmt Lord Voldemort erstmals seine furchtbare Gestalt an.

Verkörpert das Erzböse: John Malkovich Bild: Kurt Krieger

Und jetzt hat der erzböse Magier auch ein Gesicht: das von John Malkovich.

Dass der US-Mime im vierten Film die Schlüsselrolle von Harrys schlimmsten Albtraum und großem Gegner übernimmt, ist fast eine Sensation. Schließlich hatte sich Autorin J.K. Rowling bei den Verhandlungen über die Filmrechte ausbedungen, dass ausschließlich britische Schauspieler ihre Zauberwelt zum Leben erwecken sollten. So war denn auch Rowan Atkinson der erste Kandidat für den Part gewesen.

Allerdings ist Malkovich so etwas wie der europäischste US-Darsteller überhaupt. Er lebt seit langen Jahren in Paris und spielt in schönster Regelmäßigkeit an den renommierten Theaterbühnen von London. Daher bringt er auch das mit, was der Hintergrund von Rowlings Britonen-Klausel war: Die Schauspieler sollten eine schöne Insel-Aussprache haben.

Der, dessen Gestalt erstmal aus dem Computer kommt

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Der Charaktermime muss sich den Part allerdings mit dem Computer teilen. Zu Beginn von „Harry Potter und der Feuerkelch“ ist Voldemort noch derart geschwächt, dass er nur schemenhaft als Geistergestalt wahrnehmbar ist - eine Aufgabe für die Animations-Künstler. Grund für diesen Zustand ist die erste schicksalhafte Begegnung mit Harry. Diesem Treffen verdankt Harry auch sein Markenzeichen: die Narbe in Blitzform.

Zum großen Finale im vierten Film kommt es dann aber zur ersten persönlichen Begegnung des mörderischen Zauberers mit seinem jugendlichen Lieblingsopfer. Eine Paraderolle für den „Unhold“ Malkovich.

Treibende Kraft hinter der Zusage des Mimen waren übrigens seine Töchter Armadine (13) und Lowrie (12). Die beiden sind große Fans von Rowlings Romanen und haben ihren Vater regelrecht gebettelt, die Rolle anzunehmen.

Eins ist nach wie vor unklar für Mike Newell, der den Regiestuhl von „Askaban„-Meister Alfonso Cuarón übernimmt: In welchem Format kommt der umfangreiche vierte Band ins Kino? Zuerst waren zwei separate Teile geplant, diese Idee wurde inzwischen verworfen. Nun stehen ein vierstündiger Film mit Pause und eine zweieinhalbstündige Fassung ohne Pause zur Debatte.

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