John Huston

Schauspieler • Producer • Sprecher • Regisseur • Drehbuchautor • Kameramann
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Leben & Werk

Wie Howard Hawks ist John Huston einer der großen Hollywood-Regisseure, der in seinen Filmen das triumphale Scheitern der Helden zum Thema machte und sich als experimentierfreudiger Regisseur erwies, der ebenso unbequeme Stoffe anging, wie er teils lustlos Auftragsarbeiten erledigte. John Huston (1906-1987) war von der Statur her ein Hüne, der sich als Boxer, Maler, Kavallerieoffizier in Mexiko und Schauspieler durchschlug, bevor er als Drehbuchautor arbeitete. Der Sohn des Schauspielers Walter Huston, der für den Sohn einen der drei Goldsucher in „Der Schatz der Sierra Madre“ spielte (Regie-„Oscar“ für John), debütierte als Regisseur mit dem Film noir „Die Spur des Falken„, der Humphrey Bogart in der Rolle des Privatdetektiv Sam Spade den Durchbruch brachte. Huston drehte im Zweiten Weltkrieg Dokumentarfilme, von denen „Let There Be Light“ (über psychische Probleme von Soldaten) zensiert wurde. 1950 schuf er mit „Asphalt-Dschungel“ einen Großstadt-Thriller und das Modell eines großen Coups, das vielfach kopiert und variiert wurde, so von Stanley Kubrick mit „The Killing“. Der Bürgerkriegsfilm „Die rote Tapferkeitsmedaille“ wurde entgegen Hustons Intentionen umgeschnitten. Für „The African Queen“ erhielt er seinen zweiten Regie-„Oscar“, Hauptdarsteller Humphrey Bogart seinen einzigen Darsteller-„Oscar“. Aus Zorn über die Untersuchungen des Senatsausschusses für unamerikanische Umtriebe, zog Huston 1952 nach Irland. Er inszenierte „Moulin Rouge“ (über das Leben von Henri de Toulouse-Lautrec) und den zum Klassiker avancierten „Moby Dick“, der zunächst auf Ablehnung stieß. In den 60er-Jahren widmete sich Huston gleichermaßen dem Film wie dem Glücksspiel und drehte mit dem Spätwestern „Nicht gesellschaftsfähig“, der Biografie „Freud“, dem Epos „Die Bibel“, dem Western „Denen man nicht vergibt“ und der Tennessee-Williams-Verfilmung „Die Nacht des Leguan“ so interessante wie umstrittene Arbeiten. Der Boxerfilm „Fat City“, der Abenteuerfilm „Der Mann, der König sein wollte“ und die Satire „Die Weisheit des Blutes“ stellten seine Reputation wieder her. Das Alkoholiker-Drama „Unter dem Vulkan„, die Mafia-Komödie „Die Ehre der Prizzis“ und die James-Joyce-Verfilmung „Die Toten“, die er mit dem Sauerstoffgerät unter dem Regiestuhl drehte, bewiesen seine großen Regiefähigkeiten und führten zu einer Neubewertung des kolossalen Gesamtwerks, in dem Außenseiter und Glücksritter als widerspenstige Helden in rauen Zeiten und gegen jede Chance ihr Glück versuchen, als großer Mythologie des Scheiterns. Huston trat auch als Schauspieler in eigenen (Noah in „Die Bibel“) und Filmen anderer Regisseure auf („Chinatown“), wo er knorrige Patriarchen spielte. Er veröffentlichte 1980 seine Memoiren. Huston ist der Vater der Schauspielerin und Regisseurin Anjelica Huston.

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