Leben & Werk

Orson Welles bewunderte ihn als alten Meister. John Ford hat über 140 Filme gedreht, darunter vor allem Western (den ersten 1917), und hat mit Kriegsfilmen, Familiendramen, irischen und amerikanischen Heimatfilmen (im positiven Sinn des Wortes) sowie Dokumentarfilmen ein großes und beeindruckendes Werk hinterlassen, das so monumental, wie für das Selbstverständnis der USA prägend gewesen ist. In seiner Zeitverbundenheit vergangen, bleibt das Werk von John Ford (eig. John Martin Feeney, 1894 - 1973) als filmischer Kosmos, der sich durch vielfältige Binnenbeziehungen auszeichnet, die von Räumen und Landschaften des Westens, Ritualen von Ehre, Männlichkeit und Stolz, Mythen um Heimat und Familie und die Suche danach, und von verlorenen Idyllen und Fundamenten handeln - kurz, das, was Ford das „Territory“ genannt hat. Seine Militärfilme („Der Teufelshauptmann„, „Rio Grande“, „Der letzte Befehl„) um engstirnige Männer sind ebenso wie die Geschlechterbeziehungen („Der Sieger“, „Mogambo“) mehrheitlich konservativ, aber in einem Traditionen und Werten verbundenen Kontext. Fords fruchtbarste Zeit waren die Jahre 1939 bis 1941, als er „Young Mr. Lincoln„, „Trommeln am Mohawk„, „Früchte des Zorns„, „Der lange Weg nach Cardiff„, „Tobacco Road“ und „So grün war mein Tal“ drehte, alles Filme mit starker sozialer Komponente. In drei davon spielte Henry Fonda die Hauptrolle, der für ihn auch den Wyatt Earp in „Faustrecht der Prärie“ und den General Custer in „Fort Apache“ spielte, einer jener Western, deren kritischer Unterton die vorschnelle Aburteilung Fords als nationalistisch-militaristischer Sturnacken relativierte. Als seine größten Western gelten „Der schwarze Falke„, von Herbert Achternbusch als „Der Moby Dick des Western“ charakterisiert, in dem John Wayne seine von Indianern entführte Nichte (Natalie Wood) sucht, und der Spätwestern „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“, in dem John Wayne den Banditen Lee Marvin von hinten (!) erschießt, und in dem es um Mythenbildung, Legende und Wahrheit geht. Ford, mit der berühmten Augenklappe über der Brille am Set, setzte als berühmtesten seiner Darsteller John Wayne 14 Mal ein, die Schauspielerin Maureen O’Hara („Der Sieger“) fünf Mal. Viele Nebendarsteller gehörten zu seiner Stock Company und sind nur in diesem Kontext denkbar (Woody Strode, Ben Johnson, Hank Worden, Ward Bond). Ford, der während des Zweiten Weltkriegs Dokumentarfilme für die Filmabteilung der US-Marine drehte, wurde mehrfach „Oscar“- prämiert. Als der Regisseur 1973 an Krebs starb, hinterließ er seine 1920 geheiratete Frau und zwei Kinder. Peter Handkes Schlusskapitel in dem Roman „Der kurze Brief zum langen Abschied“ (1972) handelt von einer fiktiven Begegnung der Helden mit John Ford. 1971 drehte Peter Bogdanovich ein Porträt des verehrten Altmeisters, und 1973 wurde Ford der erste Lifetime Achievement Award des American Film Institute verliehen.

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