John Cho

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Leben & Werk

In „American Pie“ hat er den Begriff Milf geprägt, mit „Harold & Kumar“ eine Kiffer-Komödie geschaffen, die längst Kult ist, und in „Star Trek“ den Steuermann der Enterprise gespielt — John Cho ist der erfolgreichste asiatischstämmige Schauspieler Hollywoods. Mit dem Social-Media-Thriller „Searching“ ist Cho nun in der ersten Reihe angekommen.

Die Filmografie von John Cho ist erstaunlich geradlinig. Mit drei großen Franchises hat der in Südkorea geborene Darsteller feste Standbeine, die seine Popularität sichern. Seine Rollen sind dabei konsequent gewachsen. Noch in „American Pie – Wie ein heißer Apfelkuchen“ (1999) trug seine Rolle lediglich den Titel „Milf Guy 2“ — ein kleiner Hinweis darauf, worum sich sein Gastauftritt drehte. In den Nachfolgern „American Pie 2“ (2001), „American Pie – Jetzt wird geheiratet“ (2003) und „American Pie: Das Klassentreffen“ (2012) kehrte Cho zurück und erhielt seine Rolle schließlich sogar den Namen John.

Auf der Suche nach dem besten Burger

Als Schauspieler mit asiatischem Hintergrund ist es nicht leicht, in Hollywood Fuß zu fassen. John Cho wurde am 16. Juni 1972 in Seoul geboren, die Familie zog 1987 nach Los Angeles. Obwohl Cho nach dem Studium in Berkley bereits einige Rollen am Theater ergattern konnte, spielte er in seiner Anfangszeit vor allem in Produktionen von asiatischen Amerikanern mit, etwa in „Shopping for Fangs“ (1997) oder „Better Luck Tomorrow“ (2002). Durch seine Erfahrung hat Cho gelernt, kritisch mit Stereotypen umzugehen, und auch als er das Script zur Kiffer-Komödie „Harold & Kumar“ (2004) erhielt, war er erst skeptisch.

Vielleicht hat es Cho überzeugt, dass ihm die Rolle des erfolglosen Investmentbankers und Dauerkiffers Harold von Drehbuchautor Hayden Schlossberg auf den Leib geschrieben wurde. Die Komödie über zwei beste Freunde, die sich bekifft auf die Suche nach dem perfekten Hamburger begeben, wurde jedenfalls ein Hit, dem die „Harold & Kumar 2 – Flucht aus Guantanamo“ (2008) und „Harold & Kumar – Alle Jahre wieder“ (2011) folgten. Dank seiner ikonischen Rolle bekommt Cho auch heute noch von wildfremden Leuten Cannabis geschenkt, wie er in einem Interview verraten hat.

Sulu outet sich als homosexuell

Spätestens mit „Harold & Kumar“ hat sich John Cho in die Kult-Sphären der Filmindustrie gespielt. Über die Jahre konnte er immer wieder auch Nebenrollen in ernsteren Filmen wie den Remakes „Solaris“ (2002) oder „Total Recall“ (2012) ergattern und in erfolgreichen Serien wie „How I Met Your Mother“, „30 Rock“ und „Grey’s Anatomy“ auftreten. Der Ritterschlag erfolgte allerdings Ende der Nullerjahre, als J.J. Abrams die Arbeit an einem „Star Trek“-Reboot begann.

Im Jahr 2009 war John Cho auf der großen Leinwand in dem fulminanten Sci-Fi-Blockbuster „Star Trek“ zu sehen. Cho spielte Hikaru Sulu, den Steuermann der Enterprise. Die Rolle wurde in den beiden Nachfolgern „Star Trek Into Darkness“ (2013) und „Star Trek Beyond“ (2016) konsequent ausgebaut, bis die Figur im dritten Teil schließlich eine einschneidende Entwicklung erfuhr. Um George Takei, den Originaldarsteller in der Mutterserie, zu ehren, wurde Sulu als homosexuell geoutet. Takei hat sich in der Vergangenheit als LGBT-Aktivist für die Rechte von Homosexuellen eingesetzt. Dass Sulu nicht nur Steuermann der Enterprise ist, sondern einen Mann und ein Kind hat, sendete ein starkes Signal der Offenheit und Toleranz um die Welt.

John Cho in „Searching“

Seit Beginn seiner Karriere ist John Cho gelungen, wovon viele asiatische Schauspieler in Hollywood träumen — Cho spielt nicht nur in den größten Blockbustern mit, er konnte sich auch von Rollenklischees und einseitigen Charakteren emanzipieren. Keine Produktion verdeutlicht das besser als der Social-Media-Thriller „Searching“, der sich zum Geheimtipp des Jahres 2018 gemausert hat — dank Chos starker Darstellung, die den Film allein trägt.

Cho hat mit „Searching“ nicht nur einen intelligent konstruierten Thriller über das Doppelleben im Internet produziert. Als erster Darsteller mit asiatischer Abstammung ist es ihm gelungen, in einem Hollywood-Thriller dieser Größe eine Hauptrolle zu ergattern. Seiner Vorbildrolle ist sich Cho dabei durchaus bewusst. Dass seine Fans unter dem Hashtag #StarringJohnCho mehr Darsteller mit asiatischer Herkunft in Hauptrollen fordern, ehrt den Darsteller, der sich trotz seines Ruhmes immer noch etwas vom nerdigen Charme seiner frühen Rollen erhalten hat.

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