Mit 58 Filmen in den vier Wettbewerbssektionen und einem umfangreichen Rahmenprogramm geht das Sundance Film Festival, das immer noch als das wichtigste Indie-Festival gilt, vom 20. bis 30. Januar in seine 27. Runde. Deutschland ist mit einer Doku von Ali Samadi Ahadi dabei.

Kevin Spacey brilliert im Finanzkrisen-Thriller "Margin Call" Bild: Before the Door Pictures

Robert Redford

Die Klage in der US-Presse, dass in diesem Jahr zu wenig Stars vertreten seien, lässt sich schwer nachvollziehen. Nur im US-Spielfilmwettbewerb sind vielleicht nicht ganz so viele klingende Schauspielnamen vertreten wie in den Vorjahren - etablierte Schauspieler profilieren sich ja gern mal mit anspruchsvollen Indie-Rollen.

Doch allein die Premieres-Sektion mit Uraufführungen hat es in sich, etwa mit „The Details“ von Jacob Aaron Estes („Mean Creek„) mit Tobey Maguire, Elizabeth Banks und Laura Linney, in dem die Welt einer jungen Familie durch einen nebensächlichen Vorfall aus den Fugen gerät. In „The Convincer“ von Jill Sprecher spielt Greg Kinnear einen Versicherungsvertreter auf Abwegen, Kevin Spacey, Jeremy Irons und Stanley Tucci kämpfen in „Margin Call“ mit der Finanzkrise.

In der Premieres-Sektion läuft auch „Life in a Day“, in dem Kevin Macdonald („Der letzte König von Schottland - In den Fängen der Macht„) die Leute dazu aufrief, am 24. Juli 2010 einen Ausschnitt aus ihrem Leben aufzunehmen und auf YouTube zu posten - als Zeitkapsel für kommende Generationen.

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Im US-Spielfilmwettbewerb bietet Sam Levinsons Familienkomödie „The Loved Ones“ geballte Starpower mit Demi Moore, Ellen Burstyn, Ellen Barkin, Thomas Haden Church und Kate Bosworth. John C. Reilly spielt in „Terri“ von Azazel Jacobs einen Schuldirektor, der sich eines Außenseiters annimmt.

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Im internationalen Spielfilmwettbewerb, der 2011 ohne deutschen Beitrag auskommt, ist zum Beispiel „The Guard“ zu sehen, eine irische Krimikomödie mit Brendan Gleeson und Don Cheadle. Peter Mullan spielt die Hauptrolle in „Tyrannosaur„, dem Drama seines Kollegen Paddy Considine.

Im internationalen Doku-Wettbewerb darf sich auch ein Beitrag aus Deutschland Hoffnungen auf eine Auszeichnung machen: „The Green Wave„, eine Produktion der Berliner Dreamer Joint Venture Filmproduktion. Der gebürtige Iraner Ali Samadi Ahadi („Salami Aleikum„, „Lost Children„) erzählt in dem schon auf dem gezeigten Film mittels animierter Blogs und Tweets von den Demonstrationen im Iran nach der Präsidentschaftswahl 2009, die mittels Handyfilmen um die Welt gingen.

Auch eine Schweizer Doku ist im Rennen, „An African Election“, das Regiedebüt des Schauspielers Jarreth Merz, der sich mit der Präsidentschaftswahl in Ghana 1998 auseinandersetzt. Oscar-Preisträger James Marsh porträtiert in „Project Nim“ einen Schimpansen, der in der Sprache der Menschen kommunizieren kann.

Im Spotlight, in dem die Festivalmacher „Kino, das wir lieben“ zeigen, laufen u.a. „Incendies“ von Denis Villeneuve, „Kaboom“ von Gregg Araki und „Tropa de Elite 2“ von José Padilha. Park City at Midnight verneigt sich etwa vor Roger Corman mit der Doku „Corman’s World: Exploits Of A Hollywood Rebel“.

Festivalleiter John Cooper spricht von dem „Funken der Filmemacher“, von ihrer Leidenschaft, die 200 einzigartige Welten zum Leben erweckt und auf das Publikum überspringt: „Man kann regelrecht eintauchen in Filme, Gespräche und Begegnungen, und das macht Sundance so magisch.“

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