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Das Beste kurz vor Schluss

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© HBO Films / Cinefacto

Oft wollte man den Blick von der Leinwand im Berlinale-Palast abwenden - und doch starrte man weiter wie gebannt auf das Ungeheuerliche.

"Sometimes in April" erzählt die Geschichte zweier Brüder im Strudel des Völkermords von Ruanda Bild: HBO Films / Cinefacto

Mit „Sometimes in April“ präsentierte der Berlinale-Wettbewerb kurz vor seinem Finale ein filmisches Schwergewicht. Der haitianische Regisseur Raoul Peck setzt sich, wie Terry George mit seinem Wettbewerbsbeitrag „Hotel Ruanda„, mit dem Bürgerkrieg und Völkermord im Jahr 1994 in Ruanda auseinander.

Nach seinem Kongo-Spielfilm „Lumumba“ ist ihm ein im besten Sinne des Wortes wahrer Film gelungen, der genau hinsieht, wo die politisch in der Welt Verantwortlichen seinerzeit lieber den Blick abwandten und dem Morden seinen Lauf ließen. Innerhalb von 100 Tagen sind im Frühjahr 1994 bei den Massakern fast eine Million Menschen ermordet worden. Täter waren Milizen der Volksgruppe der Hutu, die unter der Minderheit der Tutsi und unter moderaten Hutu ein Blutbad anrichteten. 3,5 Millionen Frauen, Männer und Kinder flohen damals aus ihrem Land.

Die Hutu-Milizen kannten keine Gnade Bild: HBO Films / Cinefacto

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Der Film zeigt die grausamen Geschehnisse in Rückblenden und geht dabei an die Grenzen dessen, was man zeigen und sehen kann. Peck arbeitete mit Überlebenden des Völkermords und verbrachte Monate damit, sie für den Film vorzubereiten - wie auch die Schauspieler und sich selbst.

Die historischen Ereignisse erzählt er aus der Sicht zweier Brüder, die sich neun Jahre nach dem Genozid ihrer Vergangenheit stellen: Der eine hat als Radiomoderator zur Gewalt aufgerufen und muss sich nun vor einem UN-Tribunal verantworten, der andere hat als Soldat und Befehlshaber das Morden verweigert.

Raoul Peck ist der große Wurf gelungen, auf den die Hauptstadt gewartet hat Bild: HBO Films / Cinefacto

Die Wahrheit liegt in der Mitte

„Who are the good Guys?“ fragt in der einzig witzigen Szene ein US-Journalist bei seiner Regierung nach. Es gehört zu den Stärken des Films, dass er darauf keine einfache Antwort anbietet.

Vor einem Jahr präsentierte die Berlinale mit John BoormansCountry of My Skull“ einen ersten Versuch, die Arbeit der Wahrheitskommissionen nach dem Ende der Apartheid in Südafrika auf die Leinwand zu bringen. Er war zu pathetisch, zu konstruiert, nicht überzeugend. Raoul Pecks „Sometimes in April“ ist das genaue Gegenteil.

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