Johanna Wokalek

Johanna Wokalek

Leben & Werk

Sie war die Päpstin und Gudrun Ensslin, spielte am renommierten Wiener Burgtheater und ist bekannt für ihre starken Frauenrollen: Johanna Wokalek ist eine deutsche Ausnahmendarstellerin. Mit dem Drama „Freiheit“ meldet sie sich im Jahr 2018 nach fünfjähriger Pause endlich auf der großen Leinwand zurück.

Eine Zeit lang herrschte Funkstille: Nach dem Erfolg der feinen Tragikomödie „Anleitung zum Unglücklichsein“ (2012), nach dem gleichnamigen Roman von Paul Watzlawick, blieb Johanna Wokalek ganze fünf Jahre der Filmindustrie fern. Grund dafür war die Geburt ihres Sohnes. Faul ist Wokalek in der Zeit keineswegs gewesen, immerhin arbeitete sie bis 2015 auch am Wiener Burgtheater und spielte in Stücken von Größen wie Peter Zadek.

Mit dem Drama „Freiheit“ meldet sich Johanna Wokalek im Jahr 2018 im Kino zurück. Darin spielt sie eine Mutter, die von einem Tag auf den anderen, ihr Leben zurücklässt. Auch Wokalek kennt diese Umbrüche — wenn auch weniger extrem. Nach 15-jähriger Anstellung beendete sie im Jahr 2015 ihr Engagement beim Burgtheater. Seitdem geht sie vermehrt eigenen Projekten mit Ehemann Thomas Hengelbrock nach, dem Chefdirigenten des NDR Elbphilharmonie Orchesters in Hamburg. Doch auch diese Freiheit musste erst gewonnen werden.

Die Anfänge von Johanna Wokalek

Johanna Wokalek wurde am 3. März 1975 im Schwarzwald geboren. Die Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckte sie schon während des Abiturs. Nach der Schule besuchte Wokalek das renommierte Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Ihre erste Filmrolle konnte Johanna Wokalek noch während des Studiums in dem Liebesdrama „Aimée & Jaguar  (1998) ergattern. In der auf Tatsachen beruhenden Geschichte über die Liebe einer Nichtjüdin zu einer Jüdin während der NS-Zeit spielte Wokalek das Dienstmädchen Ilse.

In den folgenden Jahren reüssierte Johanna Wokalek vor allem am Theater. Ihr erstes Engagement führte sie für drei Jahre nach Bonn, bevor sie nach Wien wechselte. In der Zwischenzeit folgten auch weitere Filme: Besondere Beachtung fand der unbarmherzige Heimatfilm „Hierankl“ (2003), in dem Wokalek die Ausreißerin Lene spielt, die nach Jahren der Abwesenheit in ihren alten Heimatort zurückkehrt, wo Ehebruch, Inzest und Gewalt unter der idyllischen Fassade gären.

Durchburch im Kino

Über Til Schweiger kann man denken, was man mag, als Regisseur und Produzent hat Schweiger einer ganzen Riege junger Schauspieler unter die Arme gegriffen und zur Aufmerksamkeit eines Mainstream-Publikums verholfen. So geschehen auch mit Johanna Wokalek in der Tragikomödie „Barfuss“ (2005), in der Wokalek eine traumatisierte Frau spielt, die sich sprichwörtlich an die Fersen des gescheiterten Nick (Schweiger) heftet. Die Liebesgeschichte war ein voller Erfolg und machte Wokalek über Nacht dem deutschen Kinopublikum bekannt.

Gudrun Ensslin und Die Päpstin

Nachdem „Barfuss“ den Grundstein gelegt hatte, ist Johanna Wokalek mit einer Reihe von Filmen durchgestartet, die ihr Profil als feinfühlige, ehrgeizige und belastbare Schauspielerin bis heute prägen. Im Jahr 2008 schlüpfte Wokalek in Bernd Eichigners und Uli Edels monumentaler RAF-Geschichte „Der Baader Meinhof Komplex“ in die Rolle der verführerischen Terroristin Gudrun Ensslin. An der Seite eines Ensembles von Stars wie Bruno Ganz, Martina Gedeck und Moritz Bleibtreu ist es Wokalek doch gelungen, so manche Szene zu stehlen. Ihre Ensslin ist kühl, erotisch, intensiv und wurde völlig zu Recht von einigen Kritikern als eigentliche Sensation des umfassenden Werkes bezeichnet.

Noch im selben Jahr spielte Johanna Wokalek die Journalistin Luise Fellner in dem historischen Bergsteigerdrama „Nordwand“, der bei der Kritik polarisierte, mit seinen packenden Bildern jedoch durchaus zu begeistern wusste. Der bisher größte Erfolg sollte jedoch erst im Jahr darauf mit dem Historien-Spektakel „Die Päpstin“ (2009) folgen. Weltweit spielte die Romanverfilmung von Sönke Wortmann 27 Millionen Euro ein — perfektes Popcorn-Kino auf höchstem Niveau mit Johanna Wokalek in Top-Form als außergewöhnlich intelligente junge Frau, die sich entgegen aller Widerstände an die Spitze der katholischen Kirche setzt.

Johanna Wokalek Auszeichnungen und Preise

Für ihre Arbeit als Bühnen- und Filmdarstellerin ist Johanna Wokalek mehrfach ausgezeichnet worden. Im Jahr 2003 erhielt sie den Bayerischen Filmpreis für ihre Darstellung in „Hierankl“, 2006 zusätzlich den Adolf-Grimme-Preis. Im Jahr 2008 wurde Johanna Wokalek außerdem mit dem Bambi für „Der Baader Meinhof Komplex“ geehrt und erhielt im Jahr 2009 ebenfalls für „Der Baader Meinhof Komplex“ den Deutschen Filmpreis als Beste Hauptdarstellerin.

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