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Leben & Werk

Er ist Ire und Irland ist sein Thema. Mit Filmen, Theaterstücken und als Produzent von irischen Filmen umkreist der 1949 in Dublin geborene Jim Sheridan die Geschichte und die aktuellen Probleme seiner Heimat in dramatischen, spannenden, aufwühlenden und Auszeichnungen erringenden Spielfilmen. Gleich sein Debütfilm als Regisseur, „Mein linker Fuß“ (1989), brachte ihm 1991 fünf Oscar-Nominierungen ein und zwei Oscars: für Daniel Day-Lewis als bestem Hauptdarsteller und Brenda Fricker als bester Nebendarstellerin. „Mein linker Fuß“ erzählt das Leben des in entsetzlicher Armut aufgewachsenen behinderten Schriftstellers Christy Brown („Ein Fass voll Leben“), der seine Werke mit dem Stift zwischen den Zehen schreibt.

Sheridan studierte in Dublin Literatur und Philosophie, gründete eine freie Theatergruppe und trat selbst als Schauspieler auf. Von 1976 bis 1980 war er Künstlerischer Direktor am Projects Art Centre, das als alternatives Projekt Irlands Kulturszene bereicherte. 1981 ging er mit seiner Frau Fran und den beiden Kindern nach Kanada und später in die USA, wo er von 1982 bis 1987 Direktor des New York Irish Arts Centre war. In dieser Zeit wurden acht seiner Theaterstücke aufgeführt. Dort entstand während des Filmstudiums an der New Yorker Filmhochschule, als Sheridan den Produzenten Noel Pearson kennen lernte, die Idee zu „Mein linker Fuß“.

Pearson produzierte auch Sheridans nächsten Film „Das Feld“, in dem Richard Harris (Oscar-Nominierung) als Pächter eines Feldes, das versteigert werden soll, an dem Drama um die Besitz- und Pflegerechte des Ackers zerbricht. Sheridans dritter Film „Im Namen des Vaters“ erzählte die Geschichte der 15 Jahre unschuldig im Gefängnis sitzenden angeblichen Terroristen, die als die „Guildford Four“ bekannt und von einer beherzten Anwältin (Emma Thompson) herausgepaukt wurden. Der Nordirland-Konflikt und die Vater-Sohn-Geschichte zwischen Daniel Day-Lewis und Pete Postlethwaite brachten dem Film in Berlin 1994 den Goldenen Bären, acht Oscar-Nominierungen und den italienischen David-Filmpreis.

Die dritte Zusammenarbeit mit Daniel Day-Lewis wurde „Der Boxer“, der 1998 die Berlinale eröffnete und die Geschichte eines Boxers erzählte, der mittels einer Sporthalle in Belfast für Waffenruhe und Frieden sorgen will und scheitert. Der Film erhielt zwei Golden-Globe-Nominierungen. Als Produzent war Sheridan an „Mütter und Söhne“ (1996) beteiligt, in dem Helen Mirren und Fionnula Flanagan zwei irische Mütter spielten, deren inhaftierte Söhne in den Hungerstreik getreten sind.

2003 überraschte Sheridan mit der traurigschönen Einwandergeschichte „In America„, für die er gemeinsam mit seinen beiden Töchtern das Drehbuch verfasste, inspiriert durch eigene Erlebnisse: Die aus der Sicht der zehnjährigen Christy erzählte Geschichte einer vierköpfigen irischen Familie, die ohne einen Penny in den Achtzigerjahren nach New York übersiedelt, wurde mit drei Oscar-Nominierungen bedacht. Weg vom Thema Irland führte Sheridan das Hip-Hop-Drama „Get Rich or Die Tryin‘„, in dem Rapstar 50 Cent auf den Spuren von Eminem („8 Mile„) wandelt und halbautobiografisch einen Dealer spielt, der sich vom Verbrechen abwendet, um Rapper zu werden.

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