Jerry Lewis

Jerry Lewis

Leben & Werk

Er geht als naiver, zappeliger, grimassenschneidender, hypernervöser und frauenscheuer Trottel in die Geschichte der Filmkomik ein und karikiert mit seiner aufgesetzten Infantilität Auswüchse der US-Gesellschaft, des Militarismus, der Frauenverbände und des Machotums. Sohn eines tingelnden Entertainer-Paares, machte der als Kartenabreißer und Conférencier tätige Lewis (geb. 1926) als Komiker 1946 die Bekanntschaft von Dean Martin, mit dem er erst im Radio, dann im Kino eine erfolgreiche zehnjährige Partnerschaft begann, in der Lewis der Tolpatsch und neugierige Außenseiter, Martin der lässige Frauenheld oder seriöse Typ war. Erstaunlich viele Filme des Duos sind als Militärlustspiele angelegt, die beiden besten Filme wurden „Alles um Anita“ (eine Hollywood-Parodie) und „Maler und Mädchen“, beide von Frank Tashlin inszeniert. Unter Tashlins Einfluss beginnt Lewis 1956, nach der Trennung von Martin, eigene Filme zu inszenieren, die viel dem leicht surrealen Stil Tashlins mit originellsten Einfällen im Dekor (z.B. im Warenhaus oder Bürohochhaus) verdanken. Lewis‘ bekanntester (und bester) Film wurde „Der verrückte Professor“, eine Dr.-Jekyll-und-Mr.-Hyde-Version auf dem College. In den 60er Jahren hatte Lewis in Europa mehr Erfolg als in den USA und verschwand um 1970 beinahe abrupt von der Beliebtheitsfront. Seitdem spielte er in Filmen anderer, auch französischer Regisseure. Von den wenigen interessanten Filmen dieser Jahre sind Martin Scorseses „King of Comedy“, in dem er von Robert De Niro entführt wird, und „Funny Bones“, in dem er als Vater zweier unterschiedlich begabter Komikersöhne auftritt, bemerkenswert. 1971 veröffentlichte er ein Buch über seine Arbeitsmethoden, 1982 eine Autobiografie. Sein 1972 entstandener Film „The Day the Clown Cried“, angeblich eine KZ-Komödie, ist aus unerklärlichen Gründen nie öffentlich aufgeführt worden.

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