Jean Simmons

Schauspielerin
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Leben & Werk

Britische Filmschauspielerin. Sie spielte Königinnen und Betschwestern, Shakespeares Ophelia und verführerische Inderinnen, Lehrerinnen und Ehefrauen, Hausfreundinnen und das Kind armer Leute. Jean Simmons gehörte zu den aparten Schauspielerinnen ihrer Generation, pendelte mit Schönheit und Talent zwischen Liebling und Luder, Unschuld und Femme fatale. Simmons wurde in britischen Nachkriegsfilmen bekannt, stand in den 1950er-Jahren in Hollywoods Monumentalfilmen von „Das Gewand“ bis „Spartacus“ vor der Kamera und wechselte, als sie in den 1960ern nur noch selten Kinorollen fand, zum Fernsehen. Sie war eine der ersten Hollywood-Schauspielerinnen mit Kurzhaarfrisur.

Als ihre beste Rolle wird meist die abgrundtief böse, dunkelhaarige Kindfrau Diana Tremayne in Otto Premingers Film noir „Engelsgesicht“ (1952) genannt, in der sie mit ihrem Liebhaber-Chauffeur (Robert Mitchum) in den Tod fährt. Aber Jean Simmons überzeugte auch als beherzte Lehrerin im Weidekrieg in William Wylers Western „Weites Land“ (1958) oder als kapriziöse, leicht beschwipste beste Freundin, die die Ehe von Cary Grant und Deborah Kerr in Stanley Donens Gesellschaftskomödie „Vor Hausfreunden wird gewarnt“ (1960) in Gefahr bringt.

Jean Merilyn Simmons wurde 1929 in Crouch Hill, London, in eine Familie mit sechs Geschwistern geboren, besuchte die Orange Hill School for Girls und die Ada Foster School of Dancing, wo sie 1944 vom Fleck weg engagiert wurde, um an der Seite von Margaret Lockwood in „Give Us the Moon“ zu spielen. Sie blieb beim Film und erhielt 1945 einen Vertrag von Produzent Arthur J. Rank. 1946 war sie die junge Estella in David Leans Charles-Dickens-Verfilmung „Geheimnisvolle Erbschaft„, 1947 die schöne Inderin Kanchi in Michael Powell und Emeric Pressburgers Nonnenfilm „Schwarze Narzisse“ (mit Deborah Kerr), 1948 die Ophelia in Laurence Oliviers „Hamlet“, wo sie eine blonde Perücke trägt.

Anfang der 1950er-Jahre erhielt Jean Simmons einen Vertrag mit Howard Hughes‘ RKO-Studio, übersiedelte in die USA und spielte Rollen aller Art. Sie war die junge Königin Elizabeth I. in „Die Thronfolgerin“ (1953) und Tochter eines sturen Vaters (Spencer Tracy), der in „Theaterfieber“ (1953) nicht will, dass sie Schauspielerin wird. Mehrfach war sie in Monumentalfilmen zu sehen, mit Richard Burton im ersten CinemaScope-Epos „Das Gewand“, in „Sinuhe, der Ägypter“ und Stanley Kubricks „Spartacus“ als Geliebte von Kirk Douglas. Im Kostümfilm „Désirée“ stand sie als Titelheldin Marlon Brandos Napoleon gegenüber, wieder mit Brando und Frank Sinatra trat sie im Filmmusical „Guys and Dolls“ auf und sang. Ein großer Kritikererfolg wurde ihre Laienpredigerin Sister Sharon in Richard Brooks‘ Sinclair-Lewis-Verfilmung „Elmer Gentry“ (1960) mit Burt Lancaster.

Später hatte Simmons Mühe, Rollen zu finden, trat nur sporadisch in Kinofilmen auf, so im Western „Als Jim Dolan kam“ (1967, mit George Peppard), in Brooks‘ Drama „Happy End für eine Ehe“ (1969) und im Frauenfilm „Ein amerikanischer Quilt“ (1995), wo sie Winona Ryder von ihrem untreuen Ehemann erzählt. Sie arbeitete mehr fürs Fernsehen, unter anderem in den Mehrteilern „Dornenvögel“ (1983), „Der Brady-Skandal“ (1988), als Admiral Satie in der Serie „Star Trek: The Next Generation“ (1991) und in „Rosamunde Pilcher: Wintersonne“ (2003).

Jean Simmons wurde 1948 für „Hamlet“ mit der Coppa Volpi in Venedig, dem Golden Globe und einer Oscar-Nominierung ausgezeichnet. Die zweite Oscar-Nominierung erhielt sie für „Happy End für eine Ehe“. 1983 erhielt sie den Emmy Award für „Dornenvögel“.

Jean Simmons war von 1950 bis 1960 mit Schauspieler Stewart Granger und von 1960 bis 1977 mit Richard Brooks verheiratet, von denen sie jeweils eine Tochter hat. In Santa Monica, wo Simmons die letzten Jahre ihr Zuhause hatte, starb die Schauspielerin am 22. Januar 2010 im Alter von 80 Jahren an Lungenkrebs.

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