Jean Renoir

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor

Leben & Werk

Er ist der bedeutendste Regisseur der französischen Filmgeschichte, der über 50 Jahre kontinuierlich Filme gedreht hat, zeitweise im Exil in den USA, und großen Einfluss auf die Filmemacher der „Nouvelle Vague“ um Chabrol, Godard, Truffaut & Co. hatte. Jean Renoir (1894 - 1979), Sohn des Malers Auguste Renoir und Onkel des Kameramannes Claude Renoir, war französisch bis in die Fingerspitzen und variierte im Lauf seiner Karriere ein humanistisches Weltbild, das von Chaplin geprägt war. Konstanten darin waren: die Liebe zur Natur, Freundeskreise und soziale Utopien, der Triumph der Liebe über Klassenschranken, das Theater, Träume und Realitäten sowie das Nebeneinander von Freuden und Leiden, sinnlichen Genüssen und schmerzhaften Lebenserfahrungen. Dabei war vor allem der frühe Renoir ein filmischer Innovator, der vor Welles und Wyler mit Tiefenschärfe, Raumgliederungen und optischen Effekten experimentierte. Renoir wuchs in Paris und in der Provence auf, studierte Mathematik und Philosophie und war im Ersten Weltkrieg Kavallerieoffizier und Pilot und wurde mehrfach verwundet. Nach dem Krieg arbeitete er als Töpfer und Keramiker. Unter dem Einfluss von Chaplin, Stroheim und Ivan Mossjuchin wandte sich Renoir dem Film zu und produzierte mit eigenem und dem Geld aus einer Erbschaft seine ersten Filme, in denen seine Frau Catherine Hessling, ein Modell seines Vaters, mit ihrem puppenhaft tänzerischen Charme zum Stummfilmstar wurde („Nana“, „La fille de l’eau“). In der Tonfilmzeit entstand seit „Die Hündin“ (1931) jene ununterbrochene Reihe von Meisterwerken, die Renoirs olympischen Rang ausmachen, u.a. „“Boudu - aus dem Wasser gerettet“, „Madame Bovary“, „Toni“, „Das Verbrechen des Herrn Lange“, „Die große Illusion„, „Eine Landpartie“, „Bestie Mensch“ und die Gesellschaftssatire „Die Spielregel„, die eines der größten Meisterwerke der Filmgeschichte ist. 1941 emigrierte Renoir über Lissabon in die USA und musste die amerikanische Staatsbürgerschaft annehmen, um das Land betreten zu können. Hollywood erwies sich als gastfreundlich und Renoir inszenierte mehrere Filme (z.B. „The Southerner“), die seinen Stil trotz anderer Produktionsmethoden erkennen lassen. 1949 - 1951 drehte er in Indien mit „The River“ seinen ersten Farbfilm, der in seiner ästhetischen Glanzleistung und seinem entspannten Erzählstil wieder an die Vorkriegsfilme anknüpft. Der Renoir der 50er Jahre setzte sich in drei Kostümfilmen („Die goldene Karosse„) mit dem Thema von Kunst und Leben auseinander, inszenierte „Das Frühstück im Grünen“ wie ein impressionistisches Gemälde und drehte, immer offen für neue Verfahren, mit Hilfe von Fernsehtechniken „Das Testament des Dr. Cordelier„, eine der besten Dr. Jekyll und Mr. Hyde-Versionen. 1969 zog sich Renoir vom Film zurück. Im Lauf seiner Karriere arbeitete Renoir, soweit möglich, mit einem ständigen Stab von Mitarbeitern und förderte die Karrieren von Jean Gabin, Michel Simon, Simone Simon, Pierre Fresnay oder des indischen Regisseurs Satyajit Ray. Er schrieb eine Biographie seines Vaters, einen Roman und eine Autobiographie, die den Regisseuren der „Nouvelle Vague“ gewidmet ist, Kompliment des Regisseurs für eine neue Generation.

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