Jean Negulesco

Producer • Regisseur

Leben & Werk

Meister romantischen Komödien und Melodramen der 50er-Jahre, hat sich der Name des Regisseurs Jean Negulesco weniger eingeprägt als seine Klassiker und Kassenerfolge wie „Die Maske des Dimitrios“, „Titanic“, „Wie angelt man sich einen Millionär?“, „Drei Münzen im Brunnen„, „Daddy Langbein“ und „Der Knabe auf dem Delphin“. Jean Negulesco (1900-1993) , der rund 40 Filme schuf, arbeitete für Paramount, Warner Brothers und die Fox. Er hält mit zwölf Oscar-Nominierungen in praktisch jeder Kategorie, darunter Regie, den Rekord mit dem Taubstummenmelodram „Johnny Belinda“ (1948), das nur einen Oscar für Hauptdarstellerin Jane Wyman davontrug.

Negulesco wurde 1900 im rumänischen Craiova geboren und wuchs mit vier Schwestern auf, was ihm später an der französischen Riviera bei einem Zwischenspiel als Gigolo und Eintänzer zugute kommen sollte. Mit 15 half er als Sanitäter im Ersten Weltkrieg an der französischen Front und setzte sich zum Kunststudium nach Paris ab, wo er mit Henri Matisse, Amadeo Modigliani und anderen Größen in Berührung kam. Gleich seine erste Ausstellung wurde ein Erfolg: Er verkaufte alle 150 Gemälde. Negulesco fiel durch avantgardistische Dekor- und Kostümentwürfe in der Theaterwelt auf, ging zurück nach Bukarest und reiste nach dem Intermezzo als Gigolo 1932 nach New York und Hollywood, wo zu der Zeit der Pariser Bohème-Stil auf Partys angesagt war. Er malte ein legendäres Porträt von Dolores Del Rio und weil ihm angeblich die rumänische Königin Marie Modell gesessen haben soll, haftete ihm der Ruf „königlich rumänischer Maler“ an.

Der Kunst verdankt er seine Anstellung bei Paramount, wurde technischer Berater bei Liebesszenen und durchlief als Storyboard-Zeichner, Drehbuchautor, Regieassistent (von Frank Borzages Hemingway-Adaption „In einem anderen Land“), Cutter und Produktionsassistent eine solide Studiokarriere. 1941 sollte er „Die Spur des Falken“ inszenieren, nach zwei Monaten Vorbereitung übernahm John Huston die Regie, Negulesco blieb an den „Singapore Women“ hängen. Seine zweite Regiearbeit „Die Maske des Dimitrios“ (1944), eine Eric-Ambler-Adaption mit den „Falken“-Stars Sydney Greenstreet und Peter Lorre, bewies sein Geschick, Krimimuster mit europäischem Ambiente zu verbinden.

Negulescos Markenzeichen wurden atmosphärischer Szenenaufbau, präzises Timing, nuancierte Schauspielerführung und ein flüssig-eleganter Stil, später die gekonnte Nutzung des CinemaScope-Formats, mit dem Hollywood dem Fernsehen trotzte. „Drei Münzen im Brunnen“ (drei Freundinnen in Rom) brachte ihm 1954 die Auszeichnung des italienischen Fremdenverkehrsverbandes ein, sein Untergangsdrama „Titanic“ (1953, mit Barbara Stanwyck und Robert Wagner) hat sich über die Zeiten gehalten, für Fred Astaire wurde das Musical „Daddy Langbein“ ein später Triumph, so wie Marilyn Monroe mit Brille einen frühen Triumph in der ersten CinemaScope-Komödie „Wie angelt man sich einen Millionär?“ (1953) feiern konnte. Sophia Lorens imposante Erscheinung als Taucherin mit transparenter Kleidung in „Der Knabe auf dem Delphin“ (1958) wurde auf einem Poster verewigt und Ikone der 50er-Jahre-Erotik.

1970 drehte Negulesco mit dem Abenteuerkrimi „Die schmutzigen Helden von Yucca“ (mit Elke Sommer) seinen letzten Film, zog sich mit seiner Frau, der Schauspielerin Ruth „Dusty“ Anderson (die stets in kleinen Nebenrollen als Markenzeichen seiner Filme zu sehen war), an die Costa del Sol nach Marbella zurück, malte und war im Immobilienhandel tätig. Er starb an der Staffelei.

Negulescos Memoiren tragen den schönen Titel „Things I Did and Things I Think I Did“ und sind eine Fundgrube von Anekdoten.

Filme und Serien

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