Jean-Marie Poiré

Producer • Regisseur • Drehbuchautor • Cutter
Jean-Marie Poiré Poster

Leben & Werk

Der erfolgreichste Komödienregisseur der 80er und 90er Jahre in Frankreich hat das Genre mit irrwitzigen Stoffen bereichert, die meist Material für gleich drei herkömmliche Klamotten hergeben, aber nicht als Nummernrevuen funktionieren, sondern mit einem ausgearbeiteten Drehbuch nachvollziehbare Komödienhandlungen konstruieren. Vom faustdicken Nonsense über Slapstick und pausenlosen Dialogwitzen (die in den Synchronfassungen meist verloren gehen) bis zu logikfreien Albernheiten, gut getimten Running Gags und im Akkord purzelnden Pointen behält Jean-Marie Poiré, seit 1982 („Le Pére Noel est une ordure“) meist in Zusammenarbeit mit Drehbuchautor und bevorzugtem Hauptdarsteller Christian Clavier, dabei wunderbar sicher alle Fäden in der Hand. Poiré setzt bewusst auf Klischees: „Wenn das Klischee hilft, die Dinge unmittelbar verständlich zu machen, bin ich für das Klischee.“ Poirés Komödien sind ausgelassene, alberne, turbulente, wild verrückte und mit schrägem Humor an jeder Ecke gespickte Lachduschen. War der Erfolg der ersten Filme („Papy fait de la résistance“, über die „wahre Natur“ des Widerstands im Zweiten Weltkrieg) auf Frankreich beschränkt, so begann mit der Spionagekomödie „Operation Corned-Beef“, in dem Jean Reno an der Seite von Clavier spielte, die europäische Karriere, die mit den Zeitreisekomödien „Die Besucher“ und „Die Zeitritter“ zum nationalen Sensationserfolg wurde. Reno und Clavier sind mittelalterliche Ritter, die unfreiwillig in der Gegenwart der französischen Provinz landen und einen Kulturschock nach dem anderen erleben und gestalten. Unter dem Titel „Just Visiting“ produzierte Poiré 2000 ein US-Remake des ersten Ritterspektakels. Poirés bester Film wurde jedoch die Action-Komödie „Die Schutzengel„, in der Gérard Depardieu als von der Mafia verfolgter Pariser Nachtclubbesitzer mit Clavier als falschem Priester an seiner Seite und mit einem Waisenknaben als unfreiwilligem Begleiter durch Hongkong und Frankreich tollt und Abenteuer im Stil von Peter Sellers‘ Inspektor Clouseau „hinlegt“. Poirés Komödien nehmen nationale Eigenheiten aufs Korn und ihre Darsteller selbstironisch hoch (Depardieus Esssucht), kritisieren offen den Hang zur politischen Korruption im Lande und sind als reine Genrearbeiten mit Verfolgungsjagden und Wortwitzen als Tour de force gekonnte Unterhaltung.

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