Leben & Werk

Französischer Regisseur und Drehbuchautor. Er kam zur Regie, als er 1960 das existenzialistische Ausbruchsdrama „Das Loch“ seines plötzlich gestorbenen Vaters Jacques beendete, inszenierte Kriminaldramen und -komödien mit Jean-Paul Belmondo und arbeitet sechzehn Jahre für das Werbefernsehen, bevor ihm mit dem Psychothriller „Ein mörderischer Sommer“ (1983) ein überragendes Comeback gelang. Wieder pausierte Jean Becker zwölf Jahre, machte 1995 Sängerin Vanessa Paradis mit „Elisa“ zum Kinostar und fand 1999 mit „Ein Sommer auf dem Land“ sein Thema: den poetischen Realismus des Landlebens, Glück und Nöte kleiner Leute und Bauern, die er in wunderschönen Scope-Bildern umschmeichelt.

In der vom gleichen Humanismus geprägten Geschichte „Dialog mit meinem Gärtner“ (2007) plaudern Jean-Pierre Darroussin (César-Nominierung) und Daniel Auteuil als Dörfler und Großstädter liebenswürdig über Gott und die Welt.

Jean Becker wurde 1938 in Paris als Sohn des Regisseurs Jacques Becker (1906 - 1960; „Goldhelm“, „Wenn es Nacht wird in Paris“) geboren und arbeitete als Regieassistent für seinen Vater und Henri Verneuil („Der Hammel mit den fünf Beinen“). Mit dem Gangster- und Freundschaftsdrama „Sie nannten ihn Rocca“ (1961, nach dem Roman von José Giovanni, der den Stoff 1972 selbst mit Belmondo als „Der Mann aus Marseille“ neu inszenierte) begann 1961 die drei Filme umfassende Zusammenarbeit mit Belmondo, am erfolgreichsten in der Kriminalkomödie „Der Boss hat sich was ausgedacht“ (1964), wo Bébel an der Seite seiner „Außer Atem“-Partnerin Jean Seberg und „Goldfinger“ Gert Fröbe einen Millionencoup startet. Fast unbekannt blieben die Spionageparodie „Kein Kaviar für Tante Olga“ (1965) und die Komödie „Geliebter Schuft“ (1966, mit Belmondo als Frauenheld zwischen Nadja Tiller und Stefania Sandrelli).

Becker, wie sein Kollege Jean-Paul Rappeneau und sein Vater ein gelassener Mensch und ausgezeichneter Schauspieler-Regisseur, feierte 1983 Triumphe mit „Ein mörderischer Sommer“, der Isabelle Adjani den César einbrachte und einer der größten Kassenerfolge des französischen Kinos wurde. Die im Wahnsinn der Heldin endende Rachegeschichte nahm 1995 mit „Elisa“, wo Vanessa Paradis ihren Vater (Gérard Depardieu) sucht und töten will, einen hoffnungsvollen Ausgang.

Für „Ein Sommer auf dem Lande“, Lebenserinnerung, Landschaftsbeschreibung und zärtliches Loblied auf Schönheit und Beschaulichkeit der im Rhone-Tal gelegenen Marschlandschaft Marais, erhielt Becker 2000 die „Trophée des Trophées“ der César-Preise. Seitdem arbeitete Becker mit Jacques Villeret, der in der Komödie „Un crime au paradis“ (2001) als Bauer und Wilddieb das Leben mit seiner Frau (Josiane Balasko) nicht mehr aushält und sie umbringen will, und mit Villeret und André Dussolier in „Effroyables jardins“ (2002), die im besetzten Frankreich wegen eines Sabotageaktes in deutsche Gefangenschaft geraten. Im Psychodrama „Deux jours à tuer“ (2008) zerstört Albert Dupontel als Werbemann im Verlauf eines Wochenendes vorsätzlich Leben, Familie und Karriere.

Jean Becker wurde 1986 mit dem César für den besten Werbespot (für den Citroen GTI, „Le Clémenceau“) ausgezeichnet.

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