Fatih Akin dreht in der Soul-Küche

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Der vielfach ausgezeichnete Regisseur Fatih Akin dreht gerade seinen sechsten Spielfilm. Seine Komödie „Soul Kitchen“, die hauptsächlich im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg entsteht, bezeichnet er auch als eine Art Heimatfilm.

Fatih Akin zeigt sich mit "Soul Kitchen" von seiner lustigen Seite Bild: Kurt Krieger

Wie ein Fremdkörper klebt das Schild „Soul Kitchen“ an der abgewrackten Lagerhalle im Industriegebiet des Hamburger Stadtteils Wilhelmsburg. Seit Jahren stillgelegt, hat sich das Gebäude in eine Filmkulisse verwandelt, liegen neben alten rostigen Schienen der Werkseisenbahn nun neue für Dolly und Kamera.

Im Nieselregen fällt die zehnte Klappe, endlich sind alle zufrieden: Wotan Wilke Möhring, der in dieser Szene als Immobilienmakler einen Brief aus dem Briefkasten klauen soll, Kameramann Rainer Klausmann und Regisseur Fatih Akin, der mit „Soul Kitchen“ seinen sechsten Spielfilm dreht. „Soul Kitchen“ wird eine Komödie. „Das ist ein schwieriges Genre, die Königsdisziplin“, sagt Akin. „Da habe ich mich lange Zeit nicht herangetraut. Es ist einfach, Leute zum Heulen zu bringen. Man nimmt zum Beispiel eine Mutter und lässt ihr Kind sterben, und die Zuschauer weinen überall auf der Welt. Sie zum Lachen zu bringen, ist viel schwieriger.“

Das Team von "Soul Kitchen" am Set in Hamburg-Wilhelmsburg Bild: Corazon international/ Gordon Timpen

Kampf für die Komödie

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Die Story existiert schon seit fünf Jahren. Das Filmprojekt nahm seinen Anfang, als Akin und Adam Bousdoukos zusammen in dessen Restaurant in Hamburg-Altona saßen, jenem Stadtteil, in dem Akins erste Filme entstanden. Bousdoukos, nicht nur Restaurantbesitzer, sondern auch Schauspieler, war im ersten Kurzfilm „Sensin – du bist es!“ dabei und gewann für „Kurz und schmerzlos“ 1998 den Bronzenen Leoparden von Locarno. In „Soul Kitchen“ spielt er – wie im wahren Leben – einen Restaurantbesitzer.

Der Film sollte gleich nach dem Berlinale-Erfolg „Gegen die Wand“ entstehen, doch bis Akin mit seinem Drehbuch zufrieden war, brauchte es Zeit und weitere Filme. Er drehte „Crossing the Bridge – The Sound of Istanbul„, seinen Cannes-Erfolg „Auf der anderen Seite“ und produzierte „Takva“ und „Chiko„. „Fatih Akin hat schnell erkannt, dass bei einer guten Komödie die Komik in den Figuren liegt und nicht so sehr in der Geschichte“, so NDR-Redakteurin Jeanette Würl. „Darum hat er richtig gekämpft, zumal sein Anspruch mit zunehmender Erfahrung und den Erfolgen auch sehr gewachsen ist.“

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