Leben & Werk

Der holländische Kameramann Jan de Bont wagte 1994 nach 14 Jahren in Hollywood den Sprung ins Regiefach und schuf mit „Speed“ und Keanu Reeves in der Hauptrolle einen an purer Bewegung und reiner Spannungsdramaturgie orientierten Thriller, in dem ein Bus eine bestimmte Geschwindigkeit nicht unterschreiten darf, andernfalls eine deponierte Bombe explodiert. Der Welterfolg des Katastrophenfilms mit einfacher Handlung, geradliniger Erzählung und Typen statt Charakteren wiederholte sich mit dem Wirbelsturm-Epos „Twister“, in dem Hurrikan-Forscher den Objekten ihrer Erkenntnis schwungvoll nachjagen. Die Fortsetzung von „Speed“ hingegen erwies sich als kommerzielles Desaster. Jan De Bont wurde 1943 in Amsterdam geboren, studierte an der dortigen Filmakademie Kameratechnik und arbeitete in den Niederlanden mit Regisseuren wie Wim Verstappen und Fons Rademakers zusammen. Vor allem aber blieb er mit dem Regisseur Paul Verhoeven verbunden, für den er u.a. den Erotikfilm „Türkische Früchte“ (1973) filmte, der Rutger Hauer zum Star machte und 1999 in Rotterdam zum holländischem Film des Jahrhunderts gewählt wurde. Für Verhoeven nahm De Bont „Das Mädchen Keetje Tippel“ (mit Monique van de Ven) und den Erotik-Thriller „Der vierte Mann“ (mit René Soutendijk und Jeroen Krabbé) auf. 1980 ging De Bont in die USA und war für die Fotografie von Filmen wie „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil„, „Jagd auf ‚Roter Oktober'“ und „Lethal Weapon 3“ verantwortlich. Mit Verhoeven kam es mit dem Mittelalterfilm „Flesh and Blood“ und dem Erotik-Thriller „Basic Instinct“ (mit Sharon Stone und Michael Douglas) zu erneuter Zusammenarbeit. De Bont gilt als einer der technisch brillantesten Kameramänner der Welt.

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