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Leben & Werk

Gepflegte, gediegene und werkgetreue Literaturverfilmungen gehören zu den Filmen, die dem amerikanischen Regisseur James Ivory, geboren 1928 in Berkeley, zu internationalem Ansehen verholfen haben. Ivory inszeniert in einem opulent ausgestatteten Ambiente, das Wert auf historische Details legt, schönheitstrunkene Geschichten um Aufsteiger und Aristokraten, unerfüllte Liebe und Verzicht, Erbschleicherei und Frauen, deren schwärmerische Natur vor allem in Italien, in das sie als Bildungsreisende gelangen, durchbricht. Ivorys Kunst der Farb- und Lichtkomposition macht seine Filme zu ästhetisch ausgefeilten Werken, die vorwiegend als spätviktorianische Liebesgeschichten und Gesellschaftspanoramen in England, Italien und den USA spielen und eine einlullende Sogwirkung erzeugen, die gelegentlich durch den Einsatz von Arien verstärkt werden. Ivory erzählt dabei vielfach Emanzipationsgeschichten, psychologisch fundiert und mit zeitlosen Konflikten. Er adaptierte von ihm geschätzte Autoren wie Henry James („Die Europäer“, „Die Damen aus Boston„, „The Golden Bowl“, mit Uma Thurman und Nick Nolte) und E. M. Forster („Zimmer mit Aussicht„, „Wiedersehen in Howards End“, „Maurice“) und setzte erfahrene britische Schauspieler wie Emma Thompson („Howards End“, „Was vom Tage übrig blieb“) oder Anthony Hopkins ein, der in „Mein Mann Picasso“ den genialen Maler und Bildhauer spielte. Er entdeckte Helena Bonham Carter, Hugh Grant und Daniel Day-Lewis. Mit der indischen Drehbuchautorin Ruth Prawer Jhabvala und dem Produzenten Ismail Merchant formte Ivory 1962 die Merchant-Ivory-Productions, die alle Filme des stets im Team arbeitenden Trios herstellte, eine filmhistorisch einmalige Leistung. Begonnen hatte Ivory, der Kunst und Architektur studiert hat, mit Filmen aus Indien, die erfolglos blieben. Indien bildete allerdings den Schauplatz des ersten kommerziellen Erfolgs von Ivory in „Hitze und Staub“ (mit Greta Scacchi und Julie Christie als Tante und Nichte in der britischen Kolonialzeit und 50 Jahre später), der mit „Gandhi“ (von Richard Attenborough) und „Reise nach Indien“ (eine E.M.-Forster-Verfilmung von David Lean) zu einem kleinen „Indien-Boom“ der britischen Filmindustrie führte, so wie „Zimmer mit Aussicht“ eine Welle ähnlicher Literaturverfilmungen („Engel und Narren„, „Eine Handvoll Staub„) hervorbrachte. Zu Ivorys Filmen gehören „Die wilde Party“ (über einen Sexskandal in Hollywood in den Roaring Twenties), der Tanzhallen-Film „Roseland“ (über eine Tanzhalle in New York) oder das Pariser Gesellschaftsdrama „Quartett“ (nach Jean Rhys), in dem Isabelle Adjani von einem Freundespaar ihres im Gefängnis sitzenden Mannes verführt wird. In „Jefferson in Paris“ spielte Nick Nolte den späteren dritten Präsidenten der USA, der mit seiner schwarzen Hausangestellten (Thandie Newton) intim wird, was in den USA zu einem Skandal führte, weil man den Verfasser der Unabhängigkeitserklärung beschmutzt glaubte. Mit „Zeit der Jugend“ inszenierte Ivory mit Kris Kristofferson und Barbara Hershey eine zarte Familiengeschichte und einen Film über die Gegensätze zwischen europäischer und amerikanischer Kultur. Ivorys Filmen ist ihr penibler Ausstattungsreichtum vorgeworfen worden sowie ihre an Stars orientierte Besetzung, aber sie faszinieren trotzdem oder gerade deswegen.

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