James Gandolfini

Schauspieler • Producer • Sprecher
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Leben & Werk

Mit seinem Charakterkopf gehörte der bullige, untersetzte, früh mit großen Geheimratsecken im schütteren Haar gesegnete James Gandolfini zu den vielbeschäftigten Nebendarstellern Hollywoods, die als „Heavy“ für schauspielerische Würze sorgen, indem sie als Killer, Mafioso, Cop, Anwalt, Militär oder Kleingauner die zwielichtigen Töne eines Films bestimmen und eine gefährlich zurückhaltende Stille zur Schau tragen, die sich oft in Gewalt entlädt.

Mal düster, wie als Pornoproduzent in „8mm“, mal beinhart, wie als Mitarbeiter eines Unternehmens, das eine Region mit giftigen Abwässern verseucht, mal integer, wie als Cop Lou in „Dämon“, der zeitweise von einem bösen Geist besessen ist und den Rolling-Stone-Titel „Time is on my Side“ summen muss.

Gandolfini wurde bekannt als philosophischer Auftragskiller in „True Romance“, der Patricia Arquette erst nach Strich und Faden vermöbelt und dann von ihr ins Jenseits befördert wird. Als Klempner-Freund von Geena Davis in „Angie“ und als Bodyguard Bear in der Kriminalkomödie „Schnappt Shorty“ zeigte er ebenfalls seine Qualitäten als bulliger Sidekick.

Er war Dockarbeiter und der ältere Bruder von John Cusack in „Money for Nothing“ und loyaler Marineleutnant in Tony Scotts „Crimson Tide„. Zu seinen denkwürdigsten Auftritten gehört der von Billy Bob Thornton ermordete Warenhausmanager Big Dave, der mit Thorntons Gattin Frances MacDormand in „The Man Who Wasn’t There“ ein Verhältnis hat und von ihm erpresst wird. Auch Gandolfinis Spiel in „The Mexican“ bleibt in Erinnerung: Als Killer nimmt er Julia Roberts als Geisel und erlebt mit ihr eine chaotische Reise durch den Südwesten der USA. In deren Verlauf muss ihn die gekidnappte Frau psychologisch aufrichten, weil er als schwuler Hitman mit unglücklichen Liebesgeschichten geschlagen ist.

In der Weihnachtskomödie „Surviving Christmas“ spielte er den Vater von „Al Bundy“-Dumpfbacke Christina Applegate.

Zum Superstar wurde James Gandolfini mit der HBO-TV-Serie „The Sopranos„, in der er als Tony Soprano das Oberhaupt der von Krisen und Nervenkämpfen geschüttelten Mafia-Familie ist. Die Rolle brachte ihm Emmy, Golden Globe und Screen Actors Guild Award ein. Mit seiner Schauspielerkarriere begonnen hatte der in Westwood, New Jersey geborene Gandolfini auf New Yorker Bühnen, wo er auch inszenierte.

Im Juni 2013 erlag der Schauspieler im Alter von 51 Jahren einem Herzinfarkt. Kurz davor war die Komödie „Der unglaubliche Burt Wonderstone“ in die Kinos gekommen, in der Gandolfini einen Casino-Chef spielt, der die glücklosen Magier Steve Carell und Steve Buscemi drangsaliert.

Seine Fans durften sich noch über drei weitere Filme Gandolfinis freuen, die postum in die Kinos kamen. In „Not Fade Away“ von „Sopranos“-Regisseur David Chase um eine aufstrebende Rockband im New Jersey der Sechzigerjahre, beeindruckt er als streng konservativer Vater mit wenig Verständnis für seinen langhaarigen Sohn. Und in „Genug gesagt“ von Nicole Holofcener spielt der Mann, der als harter Knochen begann, an der Seite von Julia Loius-Dreyfus einen Liebhaber voll Einfühlungsvermögen und feinem Humor.

Nun ist er noch einmal im harten Thriller „The Drop – Bargeld“ als Besitzer eine Bar zu sehen, in der die Unterwelt Schwarzgeld einsammelt. Was für ein passender Abschied für den einstigen Gangster-König…

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