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Nervosität in Narnia

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James Cameron Poster
© Fox

Mit Michael Apted versucht sich einer der erfahrensten Regisseure der Branche an der Wiederbelebung des „Narnia“-Franchise. Die Probleme im Vorfeld bescherten ihm den schwierigsten Film seiner Karriere.

Lucy, Kaspian und Edmund dürfen sich nun doch wieder in Narnia mit der Weißen Hexe herumärgern © Fox

Es gibt wohl kaum einen Film, der von der Finanzkrise profitierte. Doch ausgerechnet der dritte Teil der „Narnia“-Trilogie „Die Reise auf der Morgenröte“ hat ihr seine Existenz zu verdanken. Ende 2008 hatte sich Disney von dem Franchise verabschiedet, nachdem der zweite Teil, „Prinz Kaspian„, weit hinter den kommerziellen Erwartungen zurückgeblieben war - auf 419 Mio. Dollar belief sich das weltweite Boxoffice, 325 Mio. Dollar weniger als Teil eins, „Der König von Narnia„. Und das bei einem Budget von rund 250 Mio. Dollar. Der Traum, mit den Fantasybüchern von C.S. Lewis einen langlebigen Boxoffice-Garanten zu schaffen, schien ausgeträumt.

Dabei hatte Regisseur Michael Apted schon längst mit der Vorproduktion des dritten Teils, „Die Reise auf der Morgenröte„, begonnen. Nach Disneys Ausstieg fanden er und Rechteinhaber Walden Media in der Fox schnell einen neuen Partner. Und der kamen ausgerechnet die Turbulenzen auf den Finanzmärkten zu Hilfe. Denn der australische Dollar verlor enorm an Wert. Die ideale Voraussetzung, um die Fantasiewelt nach Down Under zu verlegen.

Ursprünglich hatte Michael Apted geplant, den Film größtenteils in Europa zu realisieren. Eine andere Variante war es, den Fußstapfen von James Cameron zu folgen und im „Titanic„-Wassertank im mexikanischen Rosarito zu drehen. Schließlich ist die „Morgenröte“ in ihrem Kern ein Schiffsabenteuer.

Doch vor Ort wurden Apted und sein Team mit einer harten Realität konfrontiert: Die Stadt war vom Drogenkrieg lahmgelegt. Das Filmteam hätte in einem abgegrenzten Lager leben und sich in gepanzerten Fahrzeugen fortbewegen müssen. Doch Australien, das Michael Apted ebenfalls gescoutet hatte, hatte keinen Tank zu bieten. So entwickelte das Team eine andere Lösung: Das titelgebende Schiff mit seinen 125 Tonnen wurde auf einem Gimbal am Meeresufer errichtet; die Schwenkbühne sorgte dann für die passenden Bewegungen vor dem Ozean- Hintergrund.

Nach über zwei Jahren Vorbereitungszeit konnte Apted im Juli letzten Jahres mit dem Dreh beginnen: „Mein James-Bond-Film ‚Die Welt ist nicht genug‚ war schon kompliziert genug, aber das ganze Hin und Her bei ‚Narnia‚ schlug alles.“ Der inzwischen 69-jährige Branchenveteran („Gorillas im Nebel„) war dabei nicht mal ein Fan der Bücher: „Als ich aufwuchs, waren sie ja noch gar nicht geschrieben“, meint er mit einem Schmunzeln. Was ihn an der Herausforderung reizte, war der enorme Komplexitätsgrad des Projekts, da er noch nie einen Film mit so vielen visuellen Effekten gedreht hatte.

Und noch ein anderer Aspekt war für Michael Apted wichtig: „Bei den meisten Filmen kämpfst du darum, sie dem Zuschauer näherzubringen. Aber für die Narnia-Filme gibt es von vornherein ein Publikum, wenn du einen guten Job machst. Und das ist eine sehr verführerische Vorstellung.“ Beim zweiten Film war es nicht gelungen, dieses Potenzial voll auszuschöpfen. Deshalb betont Michael Apted: „Wir knüpfen am ersten Teil wieder an. Der zweite Film erzählte eine viel düsterere, weniger magische Geschichte. Von dem heben wir uns eindeutig ab.“

Von den bisherigen Protagonisten sind unter anderem Kaspian, einst Prinz, jetzt König, sowie die beiden jüngeren der Pevensie-Geschwister wieder mit von der Partie. Tilda Swinton macht als Weiße Hexe erneut den Protagonisten das Leben schwer; auf deren Seite kämpfen digitale Kreaturen wie der Mäuserich Riepischiep und der Löwe Aslan. Streng genommen spielt sich der Film gar nicht einmal in Narnia ab; die Helden schippern vielmehr zu verschiedenen Inseln im Meer.“

Apted

Einen kommerziellen Vorteil hat der dritte Teil gegenüber seinem Vorgänger in jedem Fall: Er wird in 3D zu sehen sein. Zwar wird „Die Reise auf der Morgenröte“ erst nachträglich konvertiert, aber Michael Apted verspricht hohe Qualität: „Wir hatten dafür mehrere Monate, während andere Filme nur Wochen hatten. Abgesehen davon bringt Fox dank ‚Avatar‚ großes Know-how in diesem Bereich mit.“ Anders als beim zweiten Teil üben sich die Geldgeber noch in Vorsicht. Für einen vierten Narnia-Film gibt es noch keine konkreten Pläne. Würde Apted dafür gegebenenfalls zur Verfügung stehen? „Man soll niemals Nein sagen.“

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