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Jacques Rivette

Schauspieler • Regisseur • Drehbuchautor • Kameramann
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Leben & Werk

Er ist, wie der Engländer Peter Greenaway, der Inbegriff des europäischen Autorenfilmers, aber ohne dessen visuelle Opulenz. Jacques Rivette, geboren 1928 in Rouen, bleibt mit seinen Filmen ein Außenseiter der Industrie, weil sich seine überlangen, kompliziert verschachtelten und verrätselten, um einen eigenen Kosmos kreisenden und mit schwer zu entschlüsselnden Handlungslabyrinthen gespickten Filme einem breiten Publikum verweigern. Im Lauf seiner Karriere hatte Rivette, der als mysteriöser Einzelgänger in Pariser Hotels lebt, nur zwei Publikumserfolge. Der erste war der Skandalerfolg mit der Diderot-Verfilmung „Die Nonne“ (1965), in dem Anna Karina und Liselotte Pulver lesbischen Nonnen spielten, der zweite das Meisterwerk „Die schöne Querulantin“ (1991), der in Cannes mit dem Jurypreis ausgezeichnet wurde. Nach der Novelle „Das ungekannte Meisterwerk“ von Honoré de Balzac entstanden, spielten darin Michel Piccoli einen Maler und Emmanuelle Béart sein Aktmodell. Der Film existiert in einer vierstündigen und einer zweistündigen Fassung und wurde wegen Béarts explizit-exzessiver Nacktheit berühmt. Rivettes eigentliches Hauptwerk ist der Filmzyklus „Out 1“, der in der Kurzversion vier Stunden und in der definitiven Fassung 12 Stunden und 40 Minuten lang ist und eine Verschwörung nach dem Vorbild von Honoré de Balzacs „Die Geschichte der 13“ schildert. Rivette arbeitete mit seinen Lieblingsschauspielern Jean-Pierre Léaud, Bulle und Pascale Ogier, Bernadette Lafont und Michel Lonsdale meist ohne fertiges Drehbuch, was die Länge der Filme erklärt und einen Stil, der sich vom Autorenkino konventioneller Prägung ebenso verabschiedet, wie vom Kommerzfilm. Zu den kürzeren Filmen Rivettes gehören „Céline und Julie fahren Boot“, „An der Nordbrücke“ und „Unsterbliches Duell“, die sich in ihren Binnenhandlungen aufeinander beziehen. Zu seinen Literaturverfilmungen gehört eine Adaption von Emily Brontes „Sturmhöhen“ (1985). Sein zugänglichster Film ist „Die Viererbande„, eine gelöste Studie von vier jungen Pariser Schauspielschülerinnen. Seine zweiteilige, sechseinhalbstündige „Jeanne d’Arc“-Version (mit Sandrine Bonnaire 1993 gedreht) wurde ein Misserfolg. Der Apothekersohn (wie Claude Chabrol) gehörte zu den Autoren der „Cahiers du Cinéma“ und war einer der Mitbegründer der Nouvelle Vague der späten 50er-Jahre, als er mit „Paris gehört uns“ die Richtung wesentlich beeinflusste, bevor er immer hermetischere Filme inszenierte. Rivettes Schriften fürs Kino erschienen 1989.

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