Jacques Demy

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor

Leben & Werk

Mit den Musikfilmen „Die Regenschirme von Cherbourg“ (1963) und „Die Demoiselles von Rochefort“ revolutionierte der französische Regisseur Jacques Demy (1931 - 1990) das Musical, indem er sämtliche Dialoge komplett singen ließ. Die Musik von Michel Legrand und die atemberaubende Farbdramaturgie der Filme (der erste teils im Studio, der zweite an den Originalschauplätzen gedreht) schaffen zauberhafte, federleichte und zum Träumen einladende Sing- und Tanzspiele. „Regenschirme“, mit Catherine Deneuve in der Hauptrolle, wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter mit der „Goldenen Palme“ in Cannes 1964 und zwei „Oscar“-Nominierungen (Buch und Musik). Die „Demoiselles“ konnten trotz gleicher Qualität 1967 und trotz Starbesetzung mit Catherine Deneuve, ihrer Schwester Francoise Dorléac und Gene Kelly als Gast den Erfolg nicht wiederholen. Demy, Sohn eines Tankstellenbesitzers an der Loire, studierte in Paris an der technischen Berufsschule und an der Technischen Hochschule für Film und Fotografie. 1952 kam er mit dem Film in Berührung, arbeitete an Werbefilmen und Dokumentarfilmen und legte mit seinem Regiedebüt „Lola“, in dem Anouk Aimée ein Mädchen vom Hafen spielte, eines der Meisterwerke der „Nouvelle Vague“ vor. Mit Jeanne Moreau als leidenschaftlicher Spielerin entstand „Die blonde Sünderin“ (1962). Demy fuhr 1968 in die USA und drehte mit Anouk Aimée in „Das Fotomodell“ eine Art Fortsetzung von „Lola“, doch der Film ging an der Kasse unter. Mit dem Märchenfilm „Eselshaut“ und dem in englischer Sprache gedrehten „Rattenfänger von Hameln“ blieb Demy seinen Stoffen treu, denen er mit der unbekannt gebliebenen Komödie „Die Umstandshose“ 1973 den ersten Film folgen ließ, in dem ein Mann (Marcello Mastroianni) schwanger wird. Mit seinen Musikfilmen „Ein Zimmer in der Stadt“ (1982, mit Dominique Sanda, Michel Piccoli und Danielle Darrieux) und „Trois places pour le 26“ (1988, einer biografischen Huldigung an Leben und Karriere des Hauptdarstellers Yves Montand) legte Demy zwei weitere komplett gesungene Filme vor. Demy war seit 1962 mit der Regisseurin Agnès Varda verheiratet, die 1991 mit „Jacquot de Nantes“ einen Spielfilm über seine Kindheit in einer Autowerkstatt inszenierte, 1992 mit „Les Demoiselles ont eu 25 ans“ einen essayistischen Dokumentarfilm über die Dreharbeiten zu den „Demoiselles“ realisierte, Musikfilme in Farbe und Tonqualität restaurieren ließ und die sich um das Erbe Demys kümmert. Ihr gemeinsamer Sohn Matthieu ist Schauspieler geworden („Kung-Fu-Master“, „Tagebuch eines Verführers“, „Unter freiem Himmel“).

Filme und Serien

Videos und Bilder

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