Jacques Audiard

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Leben & Werk

Regisseur und Drehbuchautor. Jacques Audiard gilt als Meister des französischen Thrillers und möglicher Nachfolger von Jean-Pierre Melville (1917 – 1973) und Henri-Georges Clouzot (1907 – 1977), obwohl er Genrezuordnungen ablehnt, weil seine stets in realistisch düsteren Settings und Situationen spielenden Langfilme um Themen wie Identität, Familiengeheimnisse, Rache und Betrug kreisen. Audiard ist berühmt für seine intelligenten, präzisen und pointierten Dialoge, die nicht so weitschweifig sind wie im nationalen Kino üblich. Von der Kritik früh gefeiert, mehrfach ausgezeichnet, gelang ihm mit „Der wilde Schlag meines Herzens“ 2005 der internationale Durchbruch.

Jacques Audiard wurde 1952 in Paris als Sohn des renommierten Romanciers, Drehbuchautors und Regisseurs Michel Audiard (1920 – 1985; „Lautlos wie die Nacht„) geboren, wollte zunächst nicht in dessen Fußstapfen treten, begann ein Studium der Literatur und Philosophie an der Pariser Sorbonne und lernte in den Semesterferien einen Cutter kennen, der ihn zum Film brachte. Er begann als Assistent von Cuttern (Roman Polanskis „Der Mieter„) und trat zu Beginn der 80er Jahre als Drehbuchautor in Erscheinung, verfasste mit seinem Vater das Buch zum Meilenstein „Das Auge“ (Regie Claude Miller, mit Isabelle Adjani) und eigene Drehbücher für Edouard Niermans, Josiane Balasko, Michel Blanc, Elisabeth Rappeneaus Radio-Thriller „Frequenz: Mord“ (mit Catherine Deneuve als Moderatorin in Lebensgefahr) und Tonie Marshalls Komödie „Schöne Venus“ (mit Nathalie Baye und Audrey Tautou).

In Jacques Audiards erstem Spielfilm „Wenn Männer fallen“ (1994) klärt ein Handelsvertreter (Jean Yanne) den Mord an seinem Freund, einem Polizisten (Jean-Louis Trintignant). In „Das Leben: eine Lüge“ (1996) entdeckt ein junger Mann am Ende des Zweiten Weltkriegs, dass sein Vater kein Held war und die Mutter mit Deutschen kollaborierte. Im Thriller „Sur mes lèvres“ (2001) spielt Vincent Cassel einen Dieb, der mit einer tauben Sekretärin (Emmanuelle Devos) eine Liaison eingeht: Sie nutzt ihn, um sich an Kollegen zu rächen, er sie, um kriminelle Kollegen mit einem Coup zu betrügen. „Der wilde Schlag meines Herzens“ (2005; Teil-Remake von James Tobacks „Fingers – zärtlich und brutal“, mit Harvey Keitel) wurde Audiards größter Erfolg und zog eine Million französischer Kinobesucher an. Ein junger Immobilienhai (Romain Duris) muss sich gegen seinen Vater für eine Karriere als Konzertpianist entscheiden.

Audiard inszenierte mehrere Musikvideos, u.a. für die Rockband Noir Désir „Comme elle vient“, der einen kleinen Skandal hervorruf, weil zu Beginn drei Frauen diskutieren, dass es besser sei taub zu sein als Politikern zuzuhören. Als Schauspieler war Audiard in Nebenrollen u.a. im Horrorfilm „Baby blood“ und im TV-Film „“Wer kriegt denn hier ein Baby?“ zu sehen.

Jacques Audiard wurde für „Wenn Männer fallen“ mit dem César für das Beste Erstlingwerk, für „Sur mes lévres“ für das Beste Drehbuch und für „Der wilde Schlag meines Herzens“ für Film, Regie und adaptiertes Drehbuch ausgezeichnet. Er erhielt den BAFTA Award als Bester nicht-englischsprachiger Film für „Der wilde Schlag…“. In Cannes gewann Audiard 1996 den Preis für das Beste Drehbuch für „Das Leben: eine Lüge“.

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