Horst Wendlandt

Producer • Drehbuchautor • Line Producer

Leben & Werk

Als einer der größten europäischen Produzenten der Nachkriegszeit, prägte Horst Wendlandt (1922-2002) fünfzig Jahre Filmgeschichte. Seine Rialto-Produktionen nach Romanen von Edgar Wallace und Karl May waren die Kassenschlager der 60er-Jahre. Er förderte den Friesenjungen Otto Waalkes mit dessen fünf Komödien und hält mit „Otto - Der Film“ den Rekord für den mit 14,5 Millionen Besuchern erfolgreichsten gesamtdeutschen Film. Wendlandt versöhnte Papas Kino mit den rebellischen Jungfilmern der Sechziger und finanzierte die zwei der letzten Filme von Regiegenie Rainer Werner Fassbinder („Lola“ und „Die Sehnsucht der Veronika Voss„). Er beteiligte sich an den „Nobody“-Filmen von Meisterregisseur Sergio Leone, brachte mit der Tobis die Klassiker von Charlie Chaplin wieder in die Kinos, verhalf Loriot mit „Ödipussi“ und „Pappa ante portas“ zu Kinoruhm, landete mit den Terence-Hill-Bud-Spencer-Prügelkomödien Tophits, ließ Jean-Paul Belmondo in „Das As der Asse“ Adolf Hitler austricksen und sorgte für volle Häuser mit „Amadeus“ und „Apocalypse Now“.

Horst Wendlandt wurde 1922 in Criewen bei Schwedt an der Oder geboren, ging nach der Ausbildung zum Filmkaufmann als Kassierer der Tobis nach Prag. Er geriet 1945 in französische Gefangenschaft, wurde 1947 entlassen, begann erneut als Kassierer und betreute als ausführender Produzent von Arthur Brauners CCC-Film u.a. die Schlagerfilme mit Caterina Valente („Du bist Musik„). 1959 stieß Wendlandt auf die Krimis des englischen Autors Edgar Wallace („King Kong“) und gründete mit seinem dänischen Partner Preben Philipsen die Rialto-Produktionsgesellschaft. Mit 32 zwischen 1959 und 1972 entstandenen Adaptionen, meist unter der Regie von Harald Reinl („der Visionär“) und Alfred Vohrer („der Tüftler“), wurden die Gruselkrimis mit Humor und Slapstick, deren Drehbüchern Wendlandt teils selbst schrieb, ein einmaliges Phänomen der deutschen Filmgeschichte und spielten Rekordsummen ein. Erfolgreichster Wallace war „Das Gasthaus an der Themse„, Wendlandts Lieblinge sind „Der Hexer“, „Gasthaus“ und „Die toten Augen von London„, alle aus den Anfangsjahren der Reihe. Durch die Wallace-Filme wurden Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Eddi Arent, Klaus Kinski, Heinz Drache und Elisabeth Flickenschildt vertraute Namen. Wendlandts Methode der sparsamen Kalkulation, Gesichter aus mehreren Schauspielergenerationen und virtuos variierte Wiedererkennungswerte bewährte sich.

Durch seinen Sohn stieß Wendlandt auf die Romane von Karl May und machte die deutsche Western-Bonanza auf. Die in Jugoslawien in traumhaft schönen Landschaften gedrehten Balladen um Winnetou und Old Shatterhand gefielen auch im Ausland als Abenteuermärchen mit erstaunlich guten Actionszenen. „Der Schatz im Silbersee“, die „Winnetou“-Trilogie und „Unter Geiern“ wurden zu Klassikern.

In Wendlandts Berliner Villa am Kleinen Wannsee fanden legendäre Filmpartys mit Pierre Brice, Lex Barker und Joan Collins statt. Dort sammelte der Liebhaber von Segelyachten expressionstische Malerei.

Kurz vor Wendlandts Krebstod 2002 führte Volker Schlöndorff in dem Dokumentarfilm „Ein Produzent hat Seele oder hat keine“ ein ausführliches Interview mit dem Mann, dessen Motto lautete: „Machet den Leuten Freude!“

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