Horst Buchholz

Schauspieler • Synchronsprecher
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Leben & Werk

„Karriere kam klotzig über mich“, sagte er einmal im Rückblick. Der von Verehrern liebevoll „Hotte“ genannte Berliner vom Prenzlauer Berg Horst Buchholz war einer der wenigen deutschen Weltstars. Durch seine Rolle des aufsässigen jugendlichen Rebellen in „Die Halbstarken“ (1956) war Buchholz, der auch als „der deutsche James Dean“ angesehen wurde, auf Jahre geprägt, obwohl er seine Vielseitigkeit in psychologisch differenzierten und so unterschiedlichen Rollen wie der des polnischen Seemanns in „Tiger Bay“, des Matrosen ohne Papiere in „Das Totenschiff„, des Lebenskünstlers in der Thomas-Mann-Verfilmung „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ oder des in Romy Schneider verliebten Pariser Künstlers in „Monpti“ bewiesen hatte.

Mit seiner frechen „Berliner Schnauze“ war der 1933 geborene schlanke Buchholz mit leicht asiatisch wirkenden Augen ein Teil der Rock’n’Roll-Zeit der Bundesrepublik und der Adenauer-Jahre. In über 70 Filmen präsent, trat er vor allem zu Beginn seiner Karriere erfolgreich im internationalen Film auf, so 1960 als einer der Revolvermänner in dem Western-Klassiker „Die glorreichen Sieben“, wo er den von Toshiro Mifune in Akira Kurosawas Vorlage „Die sieben Samurai“ verkörperten Jüngsten der Gruppe spielt, sich mit Yul Brynner und Steve McQueen tolle Schauspielerduelle liefert und in dem Dorf bleibt, das sie gegen die mexikanischen Banditen verteidigt hatten. Zu seinen bekanntesten Filmen gehörte Billy Wilders Kalter-Kriegs-Komödie „Eins, zwei, drei„, deren Dreharbeiten durch den Bau der Berliner Mauer im August 1961 unterbrochen wurden und die damals keine Resonanz fand. Bei ihrer Wiederaufführung 1985 wurde sie mit ihren Rundumschlägen gegen Coca-Cola-Kapitalismus und Fahnenschwenker-Kommunismus als eine der temporeichsten und bissigsten politischen Komödien aller Zeiten gefeiert und zum Klassiker. Mitte der 60er Jahre war Buchholz in einer Reihe von europäischen Agentenfilmen („Unser Mann aus Istanbul“) und Historienfilmen („Cervantes“, „Im Reich des Kublai Khan“ als Marco Polo) aufgetreten. Viel später räumte er ein, dass er sich beim internationalen Film selbst überschätzt habe.

In den 70ern war Buchholz vermehrt im US-Fernsehen zu sehen und nur vereinzelt in Deutschland („…aber Johnny!“, mit Hannelore Elsner), bis er in den 80er Jahren nach Deutschland zurückkehrte und zwischen TV- und Film-Arbeit (Wim Wenders‘ „In weiter Ferne, so nah“) pendelte. 1998 feierte er in „Das Leben ist schön“ in Cannes einen letzten großen Erfolg als KZ-Arzt, der mit Roberto Benigni über komisch-kniffligen Rätseln grübelt. Daneben spielte Buchholz, der 1959 am Broadway in der Titelrolle von Colettes „Chéri“ aufgetreten war und sich so die Rolle in „Die glorreichen Sieben“ erspielt hatte, Theater und war Ende der 70er Jahre am Berliner „Theater des Westens“ als Conférencier im Musical „Cabaret“ zu sehen und 1984 im Renaissance-Theater als einer der „Zwölf Geschworenen“.

Buchholz war mit der Schauspielerin Myriam Bru, die er 1958 bei Dreharbeiten zu der Tolstoi-Verfilmung „Auferstehung“ kennengelernt hatte, verheiratet und hatte mit ihr zwei Kinder. Im Alter von 69 Jahren starb er nach einer schweren Krankheit an Lungenentzündung in der Berliner Charité. Der Gedächtnisgottesdienst in der Berliner Gedächtniskirche geriet zu einem bewegenden Ereignis, in dessen Verlauf sein Sohn sagte: „Er hätte gefeiert und gesagt: Jetzt geht ordentlich einen trinken.“ Über seine Vaterstadt Berlin sagte Buchholz einmal: „Es blieb der Bauch, aus dem ich komme.“ Im Verlauf seiner Karriere wurde Buchholz u.a. 1956 mit dem Bundesfilmpreis als bester Nachwuchsdarsteller für Helmut Käutners „Himmel ohne Sterne“ und 2000 mit dem Deutschen Videopreis geehrt.

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