Holly Hunter

Holly Hunter

Leben & Werk

“Das Piano” setzte ihre unterdrückten Energien, die sexuellen Begierden und den Drang nach Selbstständigkeit und Freiheit in der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts frei. Die Rolle der Stummen in Jane Campions Meisterwerk brachte Holly Hunter, geboren 1958 auf einer Farm in Georgia, 1994 den Oscar und eine Reihe weiterer Auszeichnungen und bestätigte den ohnehin guten Ruf der nur 154 Zentimeter großen Schauspielerin.

Hunters Frauen stehen meist unter dem Einfluss übermächtiger Männer und erkämpfen sich mit Zähigkeit und eisernem Willen, der durch eine grundsätzliche Freundlichkeit bestimmt ist, langsam aber sicher ihren Weg. Das war so in “Nachrichtenfieber”, wo sie ihre Qualitäten als Reporterin entdeckt (Darstellerpreis der Berlinale 1988), in “Arizona Junior”, wo sie durch Nicolas Cage zur Kindesentführerin wird, und in Jodie Fosters “Familienfest”, wo sie dem Clan zu Hause einiges abtrotzen muss – ein weiterer Aspekt ihrer Charaktere.

Hunter ist sowohl in romantischen (“Always”) als auch komischen Rollen (“Ein charmantes Ekel“) versiert und hatte ihren ungewöhnlichsten Auftritt in David Cronenbergs “Crash” als Fetischistin von Fleisch und Metall beim Sex im Kraftwagen. Übereifrig als Polizistin in “Copykill”, die Sigourney Weaver in Gefahr und durch einen Fehler einem Kollegen den Tod bringt, war Hunter in “Lebe lieber ungewöhnlich” ein Engel in Gestalt eines Killers, der mit seinem Partner für das Glück von Cameron Diaz und Ewan MacGregor sorgt.

Im Roadmovie “O Brother, Where Art Thou?” der Coen-Brüder war Hunter als kurz vor einer Neuverheiratung stehende Ex-Frau von Everett (George Clooney) der eigentliche Grund, weshalb dieser seine beiden Mitsträflinge zur Flucht überredet. Rollen in bewegenden Dramen hatte sie sowohl als Teil des Frauenensembles in “Gefühle, die man sieht” (als Karrieristin, die von ihrem Teilzeitgeliebten schwanger wird und abtreiben lässt) sowie in Brad Silberlings “Moonlight Mile”. Aufsehen erregte Hunter als allein erziehende Mutter im Teenager-Portrait “Dreizehn”, die mit ansehen muss, wie ihre junge Tochter in der L.A.-Glamour-Welt von Sex and Drugs abzustürzen droht. Hunter, die den Film auch mitproduzierte, wurde für ihre Rolle beim Filmfestival in Locarno ausgezeichnet. 2004 lieh sie der Figur des Elastigirl in dem Pixar-Animations-Film “Die Unglaublichen” ihre Stimme, ein Jahr später spielte sie an der Seite von Robin Williams in der schwarzen Komödie “The Big White” eine ständig plappernde psychisch Kranke.

1995 heiratete Hunter den Kameramann Janusz Kaminski, der zweimal den “Oscar” (für “Schindlers Liste” und “Der Soldat James Ryan“) erhielt. 2001 trennte sich das Paar.

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