Hermine Huntgeburth

Producerin • Regisseurin • Drehbuchautorin • Cutterin
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Leben & Werk

Als eine der erfolgreichsten deutschen Regisseurinnen, hat sich Hermine Huntgeburth mit unkonventionellen Liebes- und Freundschaftsgeschichten, Familienstoffen und Dramen, die um den Umschlag von Liebe in Hass und Gleichgültigkeit und vom Alltäglichen ins Groteske kreisen, einen Namen gemacht. In den 1990er-Jahren vor allem fürs Fernsehen tätig, legte Huntgeburth im Kino 2002 mit „Bibi Blocksberg“ einen Familienfilm als Kassenschlager vor und erreichte 2005 mit der Bestsellerverfilmung „Die weiße Massai„, mit 2,2 Mio. Besuchern erfolgreichster deutscher Film des Jahres, ihren vorläufigen beruflichen Höhepunkt. 2006 inszeniert sie „Effi Briest“, Theodor Fontanes Roman, der vier Mal adaptiert wurde, zuletzt 1974 von Rainer Werner Fassbinder.

In Huntgeburths Filmen, Mischformen von Komödie und Drama, agiert Barbara Auer als Heiratschwindlerin („Im Kreis der Lieben“), schlagen Corinna Harfouch (Hexe in „Bibi“ und schräge Ermittlerin „Eva Blond“) und Katharina Thalbach als Knackis die Männerwelt mit deren Mitteln („Gefährliche Freundin“), werden Richy Müller und Marek Harloff als Brüder zu Todfeinden („Die Stunde des Wolfs„), wird die verschmähte Gisela Schneeberger aus Rache zur Mörderin („Der Hahn ist tot“, nach Ingrid Noll), liebt Götz George Männer und Frauen („Das Trio“), überfällt Florian Martens eine Bank, um Andrea Sawatzki zurück zu gewinnen („Das verflixte 17. Jahr„), verlieben sich Ulrich Noethen und Hinnerk Schönemann im Knast („Der Boxer und die Friseuse“), verfällt Martina Gedeck als Sekretärin dem DDR-Spion Sylvester Groth („Romeo“) und zähmt Nina Hoss als Touristin einen stolzen afrikanischen Krieger („Die weiße Massai“).

Hermine Huntgeburth wurde 1957 im ostwestfälischen Paderborn geboren und wuchs mit neun Geschwistern in einer katholischen Arztfamilie auf. „Die Familie ist ein Mikrokosmos, in dem schonungslos Wahrheit gesagt wird, wo man wenig Rücksicht auf Gefühle nimmt und jeder sich eher gehen lässt als außerhalb.“ Noch während der Schulzeit arbeitete sie als Garderoben-Mädchen an den Westfälischen Kammerspielen Paderborn. Aber die ihr vorschwebenden Geschichten sollten ohne Vorhang beim Film spielen. Nach dem Abitur 1977 studierte sie an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg und inszenierte Dokumentarfilme und Kurzfilme. 1983 ging sie mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes nach Sydney: „Ich hatte mir das selbst ausgesucht. Ich hatte das Gefühl, ich müsste noch existenzielle Erfahrungen machen.“ Nach der Rückkehr arbeitet sie im Regiebereich im Theater, als Kamerafrau und Technikerin bei Filmproduktionen.

Hermine Huntgeburth wurde für ihr Kinodebüt „Im Kreise der Lieben“ 1991 mit dem Filmband in Gold für die beste Nachwuchsregie ausgezeichnet, erhielt für „Romeo“ 2001 den Adolf-Grimme-Preis für Regie und 2004 für „Der Boxer und die Friseuse“ 2004 den Deutschen Fernsehpreis für Regie.

Hermine Huntgeburth lebt mit Drehbuchautor und Regisseur Volker Einrauch (Buch zu „Und alles wegen Mama“, 1998, mit Uwe Ochsenknecht und Eva Mattes) und ihrer Tochter in Hamburg.

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